Thilo Sarrazin bei der Vorstellung seines neuen Buches "Der neue Tugendterror" in Berlin. Foto: dpa

Thilo Sarrazin hat wieder ein Buch geschrieben. Titel: "Der neue Tugendterror". Auf einen Auftritt in der Talkrunde "Menschen bei Maischberger" muss der leidenschaftliche Provokateur aber noch warten.

Thilo Sarrazin hat wieder ein Buch geschrieben. Titel: "Der neue Tugendterror". Auf einen Auftritt in der Talkrunde "Menschen bei Maischberger" muss der leidenschaftliche Provokateur aber noch warten.

Köln - ARD-Talkerin Sandra Maischberger hat das Thema ihrer Sendung am Dienstag kurzfristig geändert und den ursprünglich eingeplanten Thilo Sarrazin deshalb wieder ausgeladen. Es sei jedoch keineswegs so, dass man etwas gegen Sarrazin oder dessen neues Buch über den „Tugendterror“ habe, sagte der stellvertretende WDR-Unternehmenssprecher Birand Bingül am Montag in Köln.

Vielmehr seien sämtliche Gäste wieder ausgeladen worden, nicht nur Sarrazin. Grund dafür sei einzig und allein der Themenwechsel. So etwas sei bei aktuellen Talkshows wie „Menschen bei Maischberger“ völlig normal. Wenn das ursprünglich geplante Thema doch noch mal aufgegriffen werden sollte, werde man auch Sarrazin wieder einladen. Das ursprüngliche Thema hieß „Sind alle Menschen gleich?“, jetzt ist es „Hartz IV für alle: Sind wir das Sozialamt Europas?“ (ARD, Dienstag 22.45 Uhr).

"Es fühlen sich einige provoziert"

Sarrazin stellte am Montag in Berlin sein neues Buch „Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland“ vor.

Die SPD hatte in der Debatte um Sarrazins erstes Buch „Deutschland schafft sich ab“ vergeblich versucht, ihn aus der Partei auszuschließen. In seinem neuen Buch kritisiert der Autor ein vermeintliches links-liberales Gutmenschtum, das auf moralisch korrekte Gesinnung statt auf Fakten setze. Er fühle sich in der SPD zu Hause. „Lesen Sie das Godesberger Programm. Es gibt keinen Satz, außer vielleicht zum Atom, den ich nicht unterschreiben würde“, betonte Sarrazin, der auch eine Weile dem Bundesbank-Vorstand angehörte.

Er fühle sich nicht als Provokateur, bemerkte er zu der massiven Kritik, die auf ihn unter anderem wegen seiner islamkritischen Thesen zielte. „Ich provoziere ja nicht, sondern es fühlen sich einige provoziert.“ Letztlich entstehe aber eine Diskussion und das sei immer produktiv.

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