Das Schauspiel Stuttgart ist erstmals seit Armin Petras’ Intendanz-Start 2013 nicht beim Theatertreffen Berlin dabei. Foto: dpa

Warum das Stuttgarter Schauspielhaus erstmals seit der Intendanz von Armin Petras nicht zum renommierten Theatertreffen nach Berlin eingeladen wurde.

Stuttgart - Das Schauspiel Stuttgart ist erstmals in seit Beginn der Intendanz von Armin Petras nicht zum renommierten Berliner Theatertreffen (6. bis 22. Mai 2016) eingeladen. Dies überrascht nicht über die Maßen, da die vergangene Saison künstlerisch nicht besonders überzeugte.

Die siebenköpfige Kritiker-Jury war aber auch in dieser Saison noch unterwegs und hatte am Ende in 59 Städten 394 Inszenierungen gesichtet. Da wäre eine Einladung der jüngsten Arbeiten in Stuttgart durchaus plausibel gewesen, etwa des eigenwilligen Shakespeareabends „Sturm“ von Armin Petras, seine Inszenierung von Fritz Katers „Buch“ oder Frank Castorfs „Tschewengur“ von Platonow.

In den vergangenen zwei Jahren war das Schauspielhaus mit Tschechows „Onkel Wanja“ und mit Vinterbergs „Das Fest“ dabei. Chancen hat aber noch die „Buch“-Uraufführung für eine Einladung zu den Mülheimer Theatertagen.

Petras trägt’s mit Fassung

Der Intendant trägt’s mit Fassung. Armin Petras sagt: „Es war eine große Ehre, zwei Mal hintereinander beim Theatertreffen dabei zu sein, und wir freuen uns in dieser Spielzeit sehr über die Einladung von Frank Castorfs ,Tschewengur‘-Inszenierung zu den Wiener Festwochen, einem gleichfalls bedeutenden Festival.“

Armin Petras frühere Wirkungsstätte, das Maxim Gorki Theater Berlin, ist mit „The Situation“ von Yael Ronen vertreten. Ebenfalls aus Berlin ist Daniela Löffner mit Turgenjews „Väter & Söhne“ am Deutschen Theater eingeladen, und die Volksbühne überzeugte mit Herbert Fritschs „Der die mann“ von Konrad Bayer.

Weitere Stammgäste des Theatertreffens: Stefan Pucher mit Ibsens „Volksfeind aus dem Schauspielhaus Zürich und Karin Beier mit Fellinis „Schiff der Träume“ aus dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Ebenfalls aus Beiers Haus dabei ist die Produktion „Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie“ von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk.

Die Mega-Koproduktion von Burgtheater Wien, Wiener Festspiele und dem Theater Basel, Ibsens „John Gabriel Borkman“ von Simon Stone, ist eingeladen worden. Der neue Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, darf sich freuen, dass Anna-Sophie Mahler für „Mittelreich“ nach Josef Bierbichler der Jury gefallen hat.

Auch Theater, die eher rare Gäste in Berlin sind, wurden gekürt: Das Staatstheater Kassel ist mit „Tyrannis“ von Ersan Mondtag vertreten und – immerhin eine Arbeit aus Baden-Württemberg hat es geschafft: Das Staatstheater Karlsruhe und Hans-Werner Kroesinger mit „Stolpersteine Staatstheater“.

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