Sandi Kuhn bekommt heute den Landesjazzpreis 2013 Foto: Promo

Seitdem das Kunstministerium angekündigt hat, den Studiengang Jazz und Pop an der Stuttgarter Musikhochschule ­abschaffen zu wollen, herrscht Aufruhr in der Jazzszene, deren Zentrum in der Landeshauptstadt angesiedelt ist.

Stuttgart - Die Verleihung des baden-württembergischen Landesjazzpreises ist eigentlich ein schöner Termin – eine Ehrung kreativer Künstler. Dieses Jahr aber ist alles anders. Seitdem das Kunstministerium angekündigt hat, den Studiengang Jazz und Pop an der Stuttgarter Musikhochschule ­abschaffen zu wollen, herrscht Aufruhr in der Jazzszene, deren Zentrum in der Landeshauptstadt angesiedelt ist. Der diesjährige Preisträger Sandi Kuhn, ein Ausnahmetalent am Saxofon, ist nach seiner Rückkehr aus New York Dozent in Stuttgart geworden – von den Plänen also ­direkt betroffen.

Proteste sind zu erwarten, nach wie vor gibt es Reaktionen. Stuttgarts Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann schreibt in einem der Redaktion vorliegenden Brief an Kunstministerin Theresia Bauer, die Stadt könne den Plan „weder nachvollziehen noch akzeptieren“. Jean-Baptiste Joly, Leiter der Akademie Schloss Solitude, fordert, die Politik müsse sich zur Kultur in Stuttgart bekennen. Die Abschaffung des Studiengangs gefährde „eine mühsam aufgebaute Infrastruktur“, befindet der Stuttgarter Verein IG Jazz, und im Blick auf die Konzentration in Mannheim: „Künstler sind nicht an „Bündelung“, sondern an Vielfalt interessiert.“ Pianist Wolfgang Dauner ist der Ansicht, der Jazz bedürfe „der gleichen Sorgfalt, Pflege und Förderung wie alle anderen Künste“. Die Politik müsse im Blick auf den Stuttgarter Studiengang verstehen, „was es bedeutet, in der Ausbildung den Kontext von Klassik und Jazz unmittelbar zu reflektieren“.

Der Landesjazzpreis wird heute um 20 Uhr im Theaterhaus verliehen.
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