Bea Wasser-Brunner stellt die Welt ihres ehemaligen Mannes seit ihrem Einzug auf den Kopf. Bis sie Interesse an dem Arzt Christian Müller findet. Foto: Jacqueline Fritsch

Am Freitag, 31. März, tritt die Theatergruppe zum ersten Mal mit dem Stück „Ein neuer Mann für meine Frau“ auf. Mehr als 40 Proben haben die Amateurschauspieler hinter sich. Einige Vorstellungen sind bereits ausverkauft.

Rohr - Das Leben eines Schauspielers ist nicht immer so luxuriös wie es auf den Roten Teppichen dieser Welt scheint. Hinter der Bühne gibt es – zumindest bei Laienschauspielern – oft nur einen kleinen Raum, in dem sich zig Künstler gleichzeitig umziehen. Sie müssen das Beste aus dem winzigen Backstage Bereich machen. Die Rohrer Humorer sind vorbildlich, was das Raummanagement angeht. Und ihr Stück kann sich sehen lassen.

„Das gibt’s doch nicht! Was ist heute nur für ein Tag?“, sagt Daniel Wasser und betont seinen Unmut durch große Gesten. Karl-Heinz Krämer verkörpert Daniel Wasser, eine der Hauptfiguren aus dem Stück „Ein neuer Mann für meine Frau“. Seine ehemalige Gattin Bea, gespielt von Sabrina Klein, zieht bei ihm und seiner neuen Freundin ein, weil sie Job und Wohnung verloren hat. Von ihrem Einzug an läuft für Daniel Wasser alles schief. Den ersten Hoffnungsschimmer sieht er, als sein Freund Interesse an seiner Ex-Frau zeigt. Mit dem Gedanken, Bea so schnell wie möglich wieder loszuwerden, gibt Wasser seinem Freund die Erlaubnis, mit Bea auszugehen. Doch das läuft nicht ganz, wie er sich das erhofft hat.

Der Backstage Bereich bietet nicht viel Platz

Seit 1997 sind die Rohrer Humorer eine selbstständige Theatergruppe. Im Frühjahr und Herbst präsentieren sie insgesamt 16 Mal ihr neues Stück „Ein neuer Mann für meine Frau“. Der Regisseur Harald Behrendt hat es ausgesucht, gekürzt und noch um eine Rolle ergänzt. „Dominik gehört mittlerweile fest dazu, deshalb habe ich ihm noch eine extra Rolle geschrieben“, sagt Behrendt. Dominik ist sein 12-jähriger Enkel. Das Schauspiel-Talent liegt offensichtlich in der Familie.

Hinter dem aufwendig gebauten Bühnenbild ist es eng. Die Türen führen aus Daniel Wassers Wohnzimmer, in das die Zuschauer hineinsehen können, in einen engen Flur. Dieser endet an einer Türe, hinter der sich ein Raum befindet, in dem sich die Schauspieler umziehen, schminken und verkleiden. Überall sind Kleidungsstücke, Perücken, Fotos und allerlei Krimskrams. Eine schmale Wendeltreppe führt nach oben zur Licht- und Tonregie. Von dort aus wird das Theaterstück mit einer Kamera aufgezeichnet, die das Bild nach unten in die Maske überträgt. „Dann müssen die Schauspieler nicht immer an der Bühne lauschen und auf ihren Einsatz warten“, erklärt Peter Bruck. Er hat das Bühnenbild gebaut und spielt auch selbst im Stück mit.

180 Zuschauer passen in die Festhalle

„Den Text kann ich mir am besten merken, wenn ich Situationen damit assoziieren kann“, sagt Karl-Heinz Krämer. Zuhause spreche er den Text der anderen Schauspieler auf ein Tonband und ergänzt dann aus dem Gedächtnis seinen Part. „Erst beim Sprechen prägt es sich richtig ein“, sagt er. Die Theatergruppe hat in den vergangenen Monaten viermal pro Woche geprobt, damit bei der Premiere am heutigen Freitagabend alles passt. Rund 180 Zuschauer werden pro Aufführung erwartet.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: