Regisseur Eric van der Zwaag inszeniert mit dem Zwei-Personen-Stück „Switzerland – Der Fall Patricia Highsmith“ zum ersten Mal am Theater der Altstadt. Am 17. Januar wird Premiere gefeiert. Foto: Felix Gruenschloss

Am 19. Januar 2021 würde Patricia Highsmith 100 Jahre alt. Das Theater der Altstadt beschäftigt sich mit der außergewöhnlichen Schriftstellerin schon jetzt. Regisseur Eric van der Zwaag inszeniert mit dem Zwei-Personen-Stück „Switzerland – Der Fall Patricia Highsmith“ zum ersten Mal am Theater der Altstadt.

Ihm ist es wichtig, keine psychologische Studie der realen Person Patricia Highsmith auf die Bühne zu bringen. Für ihn treffen hier einfach zwei Figuren aufeinander, die etwas zu klären haben. Darauf legt auch Schauspielerin Verena Buss Wert, die in die Figur der Patricia Highsmith schlüpfen wird und damit ebenfalls ihr Debüt am Theater der Altstadt gibt. Sie möchte keine durch und durch böse Person, kein Monster spielen. Spannend sind für sie die Zwischentöne. Die Geschichte soll einen surrealen, absurden Sog entwickeln.

Das Stück der australischen Autorin Joanna Murray-Smith ist zwar fiktiv, dennoch haben sich sowohl der Regisseur als auch die Darstellenden schon vor dem offiziellen Probenstart mit der Frau Patricia Highsmith beschäftigt – die wohl keine besonders sympathische Persönlichkeit war. Das erfährt man aus Joan Schenkars Biografie „The talented Miss Highsmith“ – eine Anlehnung an ihren wohl bekanntesten Roman „Der talentierte Mr. Ripley“.

„Switzerland – Der Fall Patricia Highsmith“: Faszination des Bösen

Schenkar beginnt mit den Worten: „Sie war nicht nett. Sie war selten höflich.“ Dies bestätigen auch Highsmiths Notizen und Tagebücher, die nach ihrem Tod gefunden wurden und 2021 veröffentlich werden sollen. Hierin offenbaren sich misogyne, rassistische und antisemitische Tendenzen.

Auch in ihren Werken lässt sich eine Faszination am Bösen erkennen. Sie interessierte sich für die Umstände und Motive, die einen Durchschnittsmenschen zum Verbrecher werden lassen. Obwohl sie zahlreiche Werke veröffentlichte, wird ihr Name hauptsächlich mit ihrer Romanfigur Tom Ripley verbunden.

Verschiedene Persönlichkeiten

Der Lebemann, der für seinen eigenen Vorteil auch vor Mord nicht zurückschreckt und dem es leicht fiel, verschiedene Persönlichkeiten anzunehmen. Diese Zwiespältigkeit existierte sicher ebenso in Patricia Highsmith selbst.

Auch im Stück ist Tom Ripley stets präsent. Der junge Verlagsmitarbeiter Edward Ridgeway (Ruben Dietze) soll die zurückgezogen in der Schweiz lebende Autorin davon überzeugen, noch einen letzten Roman zu verfassen. Dabei verschwimmen immer wieder Realität und Fiktion. Das Publikum die Facetten der Figuren erfahren zu lassen, ist die Herausforderung.

Info: „Switzerland – Der Fall Patricia Highsmith“: Premiere am 17. Januar 2020, 19.30 Uhr, Theater der Altstadt, 07 11 / 99 88 98 18 sowie über die Homepage

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