Foto: Owen Richards

Die Postpunk-Combo The XX kommt am 11. Januar ins LKA nach Stuttgart. Wir haben uns vorher mit Sängerin Romy Madley Croft unterhalten.

Hallo, Romy Croft, wie fühlt es sich an, die Popsensation des Jahres 2009 zu sein?

Ich habe darüber noch gar nicht nachgedacht. Aber ich bin natürlich froh, dass ich Musik machen kann und dass den Leuten unsere Musik gefällt.

Sie haben bereits als Schüler mit The XX angefangen. Die Schule brachte auch schon Künstler wie Hot Chip oder Four Tet hervor.

Das stimmt. Oliver und ich waren damals so 15 Jahre alt. Das war eine Schule im Südwesten von London. Dass aber andere Künstler auf derselben Schule waren, haben wir allerdings erst jetzt erfahren. Die sind ja viel älter als wir.

Sie sind immer noch sehr jung. Bei der Gründung von The XX waren Sie aber gerade mal 15 Jahre alt. Das ist erstaunlich.

Das kam mir natürlich gar nicht komisch vor. Als Teenager hört man viel Musik und ist viel unterwegs. Ich war zum ersten Mal auf Konzerten wie in der Brixton Academy, wo die Distillers, Peaches und die Eagles of Death Metal gespielt haben. Da wurde mir klar, dass das genau das ist, was ich auch machen will.

Auf Ihrer My-Space-Seite sind alle Ihre Einflüsse aufgelistet. Da stehen unter anderen Aaliyah, Coco Rosie, Rihanna, The Cure und Mariah Cary in einer Reihe. Gibt es heute keine Genregrenzen mehr?

Bei uns nicht. Wir machen uns um Genres keine Gedanken. Wenn ich einen Song mag, dann ist mir egal, welche Stilrichtung das ist. Ich liebe Popmusik. Und ich liebe R'n'B. Jeder hat diese "Shuffle"-Funktion auf seinem iPod, die dann die unterschiedlichsten Lieder nacheinander spielt. Und ich finde, genau das ist das Richtige. Man sollte sich selbst nicht einschränken.

The XX werden immer wieder gerne mit Joy Division verglichen. Ist Ihnen dieser Druck nicht zu hoch?

Es ist ein ungeheures Kompliment, mit einer solchen Band verglichen zu werden. Joy Division waren einfach unglaublich - und sind ein wichtiger Einfluss für uns - allerdings nicht so wichtig, wie manche glauben.

Ihr Album klingt sehr reduziert und auch sehr düster. Ist es ein Soundtrack für die Nacht?

Wir sind Nachtmenschen. Ich habe den letzten Sommer nur damit verbracht, ausschließlich nachts wach zu sein. Ich glaube, da funktioniert mein Gehirn auch am besten. Jamie, der das Album produziert hat, ging jeden Abend um 9 Uhr ins Studio und hat es dann wieder am nächsten Morgen um 9 Uhr verlassen.

Wie Sie und Oliver zusammen singen, hat etwas Besonderes. Wie entscheiden Sie, wer welche Zeilen singt?

Alles was ich singe, habe ich geschrieben. Und alles, was Oliver singt, hat er geschrieben. Wir wollen ja ehrlich klingen.

The XX starten am 11. Januar eine Tour im LKA in Stuttgart. Beginn: 20.30 Uhr.

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