Cara Kienzle geht mit gestärktem Selbstbewusstsein weiter ihren Weg. Foto: Joyn

In den Teamfights muss die Fellbacherin Cara Kienzle die Sendung verlassen. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie es ihr mit der Entscheidung geht.

Die Reise bei „The Voice of Germany“ (TVOG) ist für Cara Kienzle vorbei. Die 24-Jährige aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis) ist in der am vergangenen Freitag ausgestrahlten Folge der sogenannten Teamfights ausgeschieden. Dabei kämpft in jeder Folge ein Pool von zwölf Talenten um vier sogenannte „Hot Seats“, die am Ende den Einzug ins Halbfinale bedeuten. Zunächst besetzen vier Talente diese Plätze automatisch – eines pro Team.

 

Danach schickt jeder der Gesangscoaches nacheinander weitere Talente ins Rennen – und diese entscheiden, welchen der Kandidaten auf den Hot Seats sie herausfordern wollen. Über die Entscheidung, wer den Platz bekommt, urteilt ein Teil des Publikums im Studio, der aus ehemaligen The-Voice-Talenten besteht. Wer das Duell verliert, scheidet direkt aus – und wer am Ende der Folge noch auf dem Hot Seat sitzt, ist eine Runde weiter.

Cara Kienzle muss gleich als erste auf die Bühne von TVOG

Ausgerechnet die schüchterne Cara Kienzle, die lange Zeit nur in Onlinevideos, ohne direktes Publikum gesungen hatte, musste als Erste auf die Bühne. Sie sang „A Thousand Years“ von Christina Perri – einen Song, der unter anderem durch den Soundtrack der Teenager-Fantasyromanze „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht“ bekannt wurde. Ein mutiger Auftakt, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt: „Der Song ist sehr monoton und langsam. Es gibt wenige Stellen, an denen man mal aufmachen kann.“ Am Ende werde der Gesangspart zwar etwas höher, aber insgesamt sei es schwierig, Spannung reinzubringen.

Ihr Coach Rea Garvey war dennoch begeistert. Er lobte nach ihrem Auftritt Caras Mut und schenkte ihr sogar ein Paar Stiefel, das er ihr vor dem Auftritt geliehen hatte. Auch die erste Herausforderung meisterte Cara: Olena aus dem Team von Nico Santos konnte sie mit Pink’s „Trustfall“ nicht vom Thron stoßen. Doch kurz darauf folgte die nächste Kandidatin: Bernarda Brunović aus dem Team von Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier.

Das sagt Cara Kienzle über ihre Konkurrentin Bernarda Brunovic

Bernarda Brunovic ergatterte schließlich Caras Sitz. Foto: Joyn

Mit „Rise Up“, einem Song der US-amerikanischen R’n’B-Sängerin Andra Day, legte die Schweizerin einen Auftritt hin, der für offene Münder bei Publikum und Jury sorgte. Bernarda Brunović erhielt den Hot Seat – und Cara schied aus. Die 24-jährige Fellbacherin trägt diese Entscheidung aber mit Fassung. „Ich war total fein damit“, sagt sie.

Auch sonst ist sie voll des Lobes für ihre Mitkandidatin: „Während Bernarda gesungen hat, hatte ich Gänsehaut. Ich habe auch Tränen vergossen, weil ich es einfach sehr, sehr schön und berührend fand, wie sie gesungen hat. Und ich finde, dann hat so jemand auch einfach den Platz verdient.“

Cara ist begeistert von ihrem Coach Rea Garvey

Ohnehin, erzählt Cara, sei sie sich unsicher gewesen, ob sie schon bereit für die Liveshows gewesen sei. Schon die Konfrontation, das duellartige bei den Teamfights sei nicht so ganz ihr Ding gewesen. „Und der Druck wäre immer größer geworden – von mir selbst und von außen. Deswegen war es für mich irgendwie der richtige Punkt, auszuscheiden.“

Sie bereut die Teilnahme bei der Fernsehshow auf keinen Fall. Besonders positiv in Erinnerung bleibt ihr die Zusammenarbeit mit ihrem Coach Rea Garvey. „Ich hatte bei den Teamfights das Gefühl, er schaut mich an wie ein stolzer Papa. Er konnte supergut mit mir umgehen und ist einfach ein toller Mensch“, sagt Cara über ihren Mentor.

Die 24-Jährige, die während ihrer Teilnahme bei TVOG ihre Bachelorarbeit für den Abschluss in sozialer Arbeit gemacht hat, ist derzeit auf der Suche nach einer Stelle als Sozialarbeiterin. Durch die Teilnahme bei „The Voice“ ist sie nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich gewachsen – in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, will sie auch weiterhin Musik machen. „Und zwar auch eigene Songs“, verrät sie.

Am 6. Dezember steht beispielsweise ein kleines Konzert von Cara in Mainz an – dank einer Einladung ihres Battle-Partners David. Auch Studiosessions mit anderen Musikern sind bereits in Planung – „vielleicht habe ich irgendwann auch mal eine eigene Band, wer weiß“, meint Cara. Man darf also gespannt sein.