The Dark Tenor bei seinem Konzert im Rahmen der „Symphony Of Ghost“-Tour im Wizemann. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

The Dark Tenor hat im Stuttgarter Wizemann seinen Klassik-Rock-Crossover präsentiert. Dabei verzichtete er auf sein Markenzeichen, eine dunkle Maske.

Stuttgart - Zu Beginn seines Auftritts am Donnerstagabend im Wizemann erscheint The Dark Tenor mit einer dunklen Maske auf der Bühne, nur um sich diese wenige Augenblicke später mit theatralischer Geste vom Gesicht zu ­reißen. Der Künstler lässt bei der Tour zu ­seinem dritten und aktuellen Album „Symphony of Ghosts“ die Vermummung fallen.

Bis auf wenige Plätze ausverkauft

Am Anfang seiner Karriere sah man ihn ausschließlich mit dieser Gesichtsverhüllung, nun ist sie obsolet geworden. Er würde mit seinem neuesten Werk innere Geister vertreiben, erklärt der Künstler bei seinem Auftritt in Stuttgart. Dabei sei es wichtig, den Dämonen ohne schützende Hülle gegenüberzustehen. Seinem Publikum gefällt die neue Offenheit augenscheinlich – die bestuhlte Halle ist bis auf wenige Plätze gefüllt. Der Altersdurchschnitt der Fans dürfte dabei um die vierzig Jahre liegen.

Opernmelodien mit Rock- und Popelementen

Das Musikprogramm des Tenors, das aus klassischen Opernmelodien besteht, verpackt in ein Gewand aus Rock- und Popelementen, hat die jüngste Generation der Konzertgänger wohl noch nicht erreicht. Mit seinem Crossover-Stil unterhält der ausgebildete Opernsänger, der in seiner Jugend kurzzeitig im Knabenchor Hannover und anschließend acht Jahre im Dresdner Kreuzchor sang, an diesem Abend hervorragend. Sein Repertoire setzt sich dabei aus englischsprachigen Liedern zusammen, die er mit eigenen Texten zu angereicherten bekannten Melodien wie jenen des Pianisten Ludovico Einaudi oder zu Nino Rotas „Godfather’s Waltz“ bietet.

Seine wahre Identität bleibt verborgen

Der dunkle Tenor spielt mit seinem Image als geheimnissvolles Wesen der Musikwelt. Seine private Identität bleibt verborgen, angeblich kennt niemand seinen bürgerlichen Namen. So unnahbar seine künstlerische Figur auch scheinen mag, für sein Publikum ist er erreichbar. Immer wieder motiviert der gebürtige US-Amerikaner, der in Deutschland zweisprachig aufwuchs, die Anwesenden zur Aktion. Schon nach dem ersten Song sitzt niemand mehr auf den im Wizemann aufgereihten Stühlen.

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