Peter Morgan bei der Premiere der fünften Staffel von "The Crown" in London im November 2022. Foto: StillMoving.net for Netflix

Die finale Staffel von "The Crown" wird mit Spannung erwartet. Regisseur Peter Morgan erklärt nun, warum er sich dazu entschieden hat, Diana als Geist zu zeigen, und warum der Tod der Queen das Serienende nochmal veränderte.

In wenigen Wochen geht die erfolgreiche Netflix-Serie "The Crown" in ihre finale Runde. Die Serie wird dieses Mal in zwei Teilen veröffentlicht: In Teil eins, der ab 16. November bei dem Streamingdienst zu sehen ist, geht es größtenteils um Prinzessin Diana (Elizabeth Debicki, 33) und die letzten Monate ihres Lebens.

Teil zwei (ab 14. Dezember bei Netflix) dreht sich wieder vermehrt um Queen Elizabeth (Imelda Staunton, 67) und Prinz Charles (Dominic West, 54), unter anderem dessen Hochzeit mit Camilla Parker Bowles (Olivia Williams, 55) wird zu sehen sein. Auch Prinz William und Prinz Harry stehen als heranwachsende Teenager stärker im Fokus. William wird in Teil eins von Rufus Kampa (17) und in Teil zwei von Ed McVey (23) verkörpert, Harry von Fflyn Edwards (14) und später von Luther Ford (23).

Fast hätte "The Crown" Prinzessin Dianas Geschichte nicht erzählt

Immer wieder werden die Serie und ihre Macher dafür kritisiert, wie sie bestimmte Begebenheiten darstellen. Für Aufruhr sorgte zuletzt ein Bericht der "Daily Mail", laut dem die verstorbene Diana ihrem Ex-Ehemann, Prinz Charles, und ihrer Schwiegermutter, Queen Elizabeth II., in der kommenden Staffel als Geist erscheint. Die britische Zeitung bezeichnete die Serie daher als "grausam", "absurd" und "einen kranken Scherz" und wirft Drehbuchautor Peter Morgan (60) einmal mehr vor, von der Wahrheit abzuweichen.

Der stellt nun in einem Interview mit dem Branchenmagazin "Variety" klar: "Ich habe es mir nie als Dianas 'Geist' im traditionellen Sinne vorgestellt. Es ging darum, dass sie in den Köpfen derer, die sie hinterlassen hat, lebendig weiterlebt. Diana war einzigartig, und ich nehme an, das hat mich dazu inspiriert, eine einzigartige Art und Weise zu finden, sie darzustellen. Sie hat eine besondere erzählerische Behandlung verdient."

Morgan gibt zudem zu, dass er sich davor gefürchtet habe, Prinzessin Diana in die Serie einzubauen. Er habe sogar in Erwägung gezogen, ihre Geschichte ganz zu vermeiden. Der erste Teil der finalen Staffel handelt von den Geschehnissen im Vorfeld des Autounfalls in einem Pariser Tunnel, bei dem Diana 1997 verstarb. Seit Monaten gibt es Spekulationen darüber, ob die Serie die dramatischen Szenen zeigen wird oder nicht. "Oh Gott, wir wollten den Unfall nie zeigen", sagt Morgan. "Niemals."

Nach Tod der Queen wurde das Drehbuch nochmal umgeschrieben

Auch der Tod von Queen Elizabeth II. (1926-2022) veränderte die Serie nochmal. Als die Monarchin im September 2022 starb, hatte Morgan das Drehbuch zur letzten Staffel schon fast fertig. Die Serie endet zwar mit dem Jahr 2005, doch Morgan wollte einen Weg finden, mit ihrem Tod umzugehen, und schrieb das Drehbuch nochmal um. "Wir haben alle die Erfahrung ihrer Beerdigung durchgemacht. Ich musste also versuchen, einen Weg zu finden, wie die letzte Folge mit dem Tod der Figur umgehen konnte, obwohl sie noch nicht gestorben war", so Morgan.

Peter Morgan hat Prinz Harrys Buch nicht gelesen

Auffallend abwesend in der finalen Staffel ist Prinz Andrew (63), dessen Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) sich um die Jahrtausendwende entwickelte. "Ich habe mich ihm nicht genähert", gibt Peter Morgan zu. Er habe sich immer auf die direkte Thronfolge konzentriert: Elizabeth, Charles, William. "Ich habe Harry ein wenig dramatisiert, aber hauptsächlich sein Verhältnis zu William."

Von den im Januar 2023 erschienenen Memoiren von Prinz Harry, "Spare" (zu Deutsch: "Reserve"), habe er sich aber nicht inspirieren lassen. "Ich habe kein Wort davon gelesen", sagt Morgan. "Nicht, dass es mich nicht interessiert hätte. Aber ich wollte nicht, dass seine Stimme mein Denken zu sehr prägt. Ich habe viel Sympathie für ihn, sehr viel Sympathie. Aber ich wollte sein Buch nicht lesen."