The Call – Leg nicht auf Notruf aus dem Kofferraum

Von Wolfram Hannemann 

Mit „The Call – Leg nicht auf“ liefert Brad Anderson („Der Maschinist“) eigentlich nur Stangenware ab, doch versteht er es hervorragend, den Stoff packend umzusetzen.

Stuttgart - Der Anruf, den Jordan (Halle Berry) in der Notrufzentrale entgegennimmt, kommt aus dem Kofferraum eines fahrenden Autos. Von dort meldet sich die minderjährige Casey (Abigail Breslin), die offensichtlich entführt wurde. Das Handy des jungen Mädchens ist nicht zu orten, und so muss Jordan versuchen, im Gespräch möglichst viele Anhaltspunkte zu sammeln. Als es Casey gelingt, eines der Rücklichter wegzustoßen und sich bemerkbar zu machen, fangen die Probleme erst richtig an.

Mit diesem Thriller liefert Brad Anderson („Der Maschinist“) eigentlich nur Stangenware ab, doch versteht er es hervorragend, den Stoff packend umzusetzen. So packend sogar, dass man schließlich mit den Protagonistinnen fiebert und sich eigene Gedanken darüber macht, wie man selbst wohl in einer solchen Situation handeln würde. Dem kontinuierlichen Spannungsaufbau zuliebe verzeiht man sogar ein paar kleinere Ungereimtheiten. Umso ärgerlicher ist dann die letzte Viertelstunde des Films, in der jedes noch so abgedroschene Klischee des Serienkiller-Genres heraufbeschworen und damit die Logik über Bord gekippt wird. Hier fällt Anderson seinem eigenen Film in den ­Rücken, was man dann nur noch mit Kopfschütteln quittieren kann.

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