Wieder Zuhause in Gerlingen ist Daniela Catalano nicht mehr ganz so strikt – und fühlt sich mit ihrem Gewicht wohl. Foto: factum/Granville

Nach diversen Diäten setzt Daniela Catalano aus Gerlingen auf die Fernsehshow „The Biggest Loser“, um abzunehmen. Das Konzept der Sendung, das auf eine radikale Diät und ein striktes Sportprogramm setzt, ist umstritten.

Gerlingen - Ob Trennkost, Friss die Hälfte oder die berühmte Kohlsuppen-Diät – vermeintliche Wunder-Kuren auf dem Weg zum Wunschgewicht gibt es zur Genüge. Daniela Catalano hat einige von ihnen ausprobiert, wirklich abgenommen hat sie nicht. „Ich war schon immer etwas molliger“, sagt die 29-jährige Gerlingerin, was sie auch der vielen Pasta und den fettigen Saucen zuschreibt, die in ihrer italienischen Familie aufgetischt werden. Dann lernte sie ihren heutigen Verlobten kennen, und um im nächsten Jahr in ihr „Traumhochzeitskleid im Prinzessinen-stil“ zu passen, hat Catalano einen neuen Anlauf gestartet – diesmal im Rahmen einer Fernsehshow. Den Anmeldebogen für das Sat-1-Format „The Biggest Loser“ hat sie „einfach mal ausgefüllt“. Vorbehalte, in aller Öffentlichkeit abzuspecken, hatte sie nur in einer Hinsicht: „Ich habe mich gefragt, wie es bei meinem Arbeitgeber ankommt“, erzählt die 29-Jährige, die als Personalreferentin in Stuttgart arbeitet.

Kein Zucker, keine Softdrinks

Mit einem Startgewicht von rund 90 Kilogramm war Catalano in dieser Staffel die leichteste Kandidatin. Seit 2009 läuft das US-Format im deutschen Fernsehen, die Gewinner der vergangenen Jahre wogen vor der Sendung durchschnittlich 150 Kilogramm. Viele von ihnen haben ihr Gewicht bis zum Finale fast halbiert. Dass das nicht nebenbei funktioniert, hat auch Catalano radikal zu spüren bekommen. „Es gibt keine Verbote“, sagt die 29-Jährige, und doch spricht der Ernährungsplan der Kandidaten eine andere Sprache: Vorgesehen sind viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Fisch, Fleisch und Light-Produkte, aber kein Zucker oder Softdrinks – gesund soll es sein.

Eine Ernährungsberaterin hat ausgerechnet, dass Catalanos Grundumsatz bei nur 1200 Kilokalorien am Tag liegt – und ihr zum Abnehmen 1000 Kalorien täglich verordnet. Oft, sagt Catalano, seien es auch nur 800 Kalorien gewesen. „Man gewöhnt sich schnell daran“, sagt die 29-Jährige. Neben der Radikal-Diät geht es für die Kandidaten vor allem körperlich zur Sache. Meist machen sie dreimal pro Tag Sport, morgens Cardio-, abends Krafttraining. „Von Null auf Hundert war hart“, sagt Catalano, aber auch: „Von nichts kommt nichts“. Nicht jedem ist das plötzliche Sportprogramm gut bekommen. „Einige mussten sich übergeben“, erzählt sie. Auf Unterstützung von den Lieben daheim können die Kandidaten während der Zeit am Drehort in Andalusien nicht bauen; es gibt keinen Kontakt zur Außenwelt, Handys sind verboten. Aufgeben kam Catalano nach eigener Aussage trotzdem nicht in den Sinn.

Fast alle Kandidaten nehmen wieder zu

Weiter kommt, wer prozentual am meisten Körpergewicht verliert. Die Crash-Diät, die dafür nötig ist, stand immer wieder in der Kritik – und ist statistisch gesehen wenig zielführend. Fast alle Kandidaten nehmen nach der Show wieder zu, teils kommen sie wieder nah an ihr Ausgangsgewicht. Eine kürzlich im Fachmagazin „Obesity“ veröffentlichte Studie zeigt, warum: Der Grundumsatz der Kandidaten hat sich durch die Diät teils drastisch verringert. Hungert der Mensch, lernt der Körper, mit weniger Kalorien auszukommen. Isst man mehr als ein Sparprogramm, kehren die Kilos zurück – der Jojo-Effekt setzt ein.

Bei Daniela Catalano sind die Pfunde zu Beginn schnell gepurzelt, dann ging der Gewichtsverlust langsamer vonstatten. Heute, sagt sie, fühle sie sich wohl – „es muss nicht mehr so schnell gehen“. Das Finale ist schon abgedreht, am 8. Juni läuft es bei Sat 1. Verraten, wie weit sie gekommen ist, darf Catalano nicht. Nach dem Ende der Show versucht die 29-Jährige, sich weiter gesund zu ernähren und Sport zu machen – wenn auch nicht im selben Maß wie vorher, dafür fehlt ihr schlicht die Zeit. Kalorien zählt sie nach eigenen Angaben nicht, und ab und an gönnt sie sich einen Latte Macchiato – mit Süßstoff statt Zucker.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: