Etwa 400 Menschen sollen zu einem Fantreffen von zwei rivalisierenden Youtubern in Berlin gekommen sein. Foto: dpa

Das Fantreffen des Stuttgarter Youtubers „thatsbekir“ ist am Donnerstag zu einer Massenschlägerei ausgeartet. Offenbar ging dem Treffen ein längerer Streit voraus. Der Stuttgarter wendete sich auf Instagram an seine Fans.

Stuttgart/Berlin - Wenn Prominente ihre Fans zu einem Fantreffen einladen, dann werden üblicherweise Plüschtiere verschenkt, Selfies gemacht und die Stimmbänder beim Kreischen auf eine harte Probe gestellt. Ein Treffen zu dem der Stuttgarter Internetstar „thatsbekir“ aufgerufen hatte, verlief anders. Als ein Rivale aus Berlin am Alexanderplatz in Berlin-Mitte auftauchte, kam es zu einer Massenschlägerei. Bis zu 400 Menschen hatten sich auf dem bekannten Platz in der Hauptstadt versammelt, teilte die Berliner Polizei am Freitag mit. Um die Jugendlichen zu trennen, setzten die Beamten Reizgas ein.

Streit zwischen Youtubern artet aus

Fast 263.000 Menschen folgen dem Stuttgarter, der sich in den sozialen Medien „thatsbekir“ nennt, auf der Videoplattform YouTube. Dort filmt er sich dabei, wie er Videos von anderen sogenannten Influencern sieht oder Kommentare zu seinen eigenen Videos liest und diese wiederrum einordnet. Besonders viele Abrufe erhält er für eigenproduzierte Rapsongs, in denen er öffentlich mit rivalisierenden Youtubern abrechnet. So auch mit dem Berliner Youtuber „Bahar_al_amood“. Der Streit zwischen den Internetgrößen habe bereits vor mehreren Wochen begonnen.

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Am 3. März veröffentlichte der Berliner ein Video, in dem er seine Fans über den Streit mit dem jungen Stuttgarter unterrichtet hat. „Thatsbekir“ soll ihn öffentlich beleidigt und seine Handynummer im Internet veröffentlicht haben. Anzeige gegen den Stuttgarter zu erstatten, käme für ihn trotzdem nicht infrage. „Wir Kanacken klären das nicht mit Anzeige“, sagte er auf seiner Videoplattform und forderte „thatsbekir“ auf, in die Hauptstadt zu kommen.

Fantreffen in Berlin wird zur Massenschlägerei

Es folgten weitere in den sozialen Medien ausgetragene Streitgespräche, bis sich der Stuttgarter tatsächlich auf den Weg nach Berlin machte. Vor einer Woche lud er seine Fans auf Instagram für ein Treffen auf dem Alexanderplatz am 21. März ein. „Bahar_al_amood“ ließ sich die Zusammenkunft nicht entgehen.

400 Anhänger der beiden YouTuber haben sich am Donnerstagnachmittag auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte versammelt, gibt die Polizei am Freitagmorgen in einer Pressemitteilung bekannt. Etwa 50 von ihnen sollen in eine Schlägerei verwickelt worden sein. Nach Angaben der Polizei mussten die Schläger unter dem Einsatz von Pfefferspray voneinander getrennt werden. Doch die Jugendlichen schreckten offenbar nicht vor der Polizei zurück: „Eine Beamtin wurde bei der Festnahme eines mutmaßlichen Schlägers verletzt“, heißt es in der Polizeimeldung. Außerdem habe die Meute versucht einen Polizisten in die Menge zu ziehen.

Jugendliche bewerfen sich mit Schottersteinen

Schließlich konnte die Polizei die Menschenmasse trennen. Mehrere Kleingruppen verteilten sich nun laut Polizeimeldung auf dem Alexanderplatz. Eine 20-köpfige Gruppe soll ins Gleisbett der nahegelegenen U-Bahn gesprungen sein und sich mit Schottersteinen beworfen haben.

Gegen 21.30 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz am Alexanderplatz. Die Beamten nahmen neun Beteiligte vorläufig fest. 13 Jugendliche müssen mit Anzeigen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs rechnen. Die Polizei war mit etwa 100 Beamten vor Ort.

Stuttgarter Youtuber braucht Pause

Ob oder inwieweit die YouTuber selbst an der Schlägerei beteiligt waren, konnte noch nicht bestätigt werden. Sie meldeten sich nach den Auseinandersetzungen auf ihren Instagram-Accounts zu Wort. „Ich hoffe, dass es euch allen gut geht, es tut mir leid das mit der Polizei! Wir haben versucht es mit Reden zu klären, aber er hat nicht mit sich reden lassen“, sagte „bahar_al_amood“ seinen etwa 7.500 Fans auf Instagram. Der Stuttgarter Influencer ließ seine Follower nach der Schlägerei wissen „Mir geht es sehr schlecht. Ich hoffe, dass ich morgen reden kann. Ich brauche Pause.“

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