Großeinsatz in einem Thalys-Zug in Rotterdam: Ein Mann wird festgenommen, nachdem er sich auf der Zugtoilette eingeschlossen hatte. Foto: AP

In Rotterdam hat es in einem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug einen Zwischenfall gegeben. Ein Mann hatte sich in einer Zugtoilette eingeschlossen, die Polizei löste Großalarm aus. Der Verdächtige hyperventilierte bei der Festnahme.

Rotterdam - Neuer Schreck für Reisende eines Thalys-Hochgeschwindigkeitszuges: In Rotterdam nahm die Polizei am Freitag einen Mann fest, der sich in einer Zugtoilette eingeschlossen hatte. Fernsehbilder zeigten schwer bewaffnete Polizisten mit Schutzschilden, die die Zugwagen durchsuchten. Zuvor waren der Zug, der nach Paris fahren sollte, und einige Bahnsteige im Zentralbahnhof der niederländischen Stadt als Vorsichtsmaßnahme geräumt worden, wie die Polizei twitterte.

Bei der Festnahme habe es keine Schwierigkeiten gegeben, hieß es. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, weil er nach der Festnahme zu hyperventilieren begann. Ein Ordnungshüter wurde von einem Polizeihund gebissen. Die Polizei durchsuchte den Zug und einen Rucksack des Mannes. Der Zugverkehr von und nach Rotterdam wurde nach Angaben der Bahn unterbrochen. Kunden könnten ihre für Freitag geplanten Reisen mit dem Thalys kostenlos absagen oder verschieben, teilte das Unternehmen mit.

Thalys: kein Risiko für Passagiere

Thalys hatte zuvor über Twitter mitgeteilt, die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle. „Kein Risiko für die Passagiere.“ Was genau passierte, was dahinter steckte und warum die Behörden so drastisch reagierten, blieb zunächst unklar.

Erst vor vier Wochen hatten mehrere Männer im Thalys von Amsterdam nach Paris einen schwer bewaffneten 26-Jährigen überwältigt. In dem Zug saßen 500 Passagiere. Die drei an der Aktion beteiligten Amerikaner wurden am Donnerstag von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus empfangen. Sie hätten mit Mut, einer schnellen Reaktion und Teamarbeit ein echtes Unglück abgewendet. Die US-Armee wollte zwei von ihnen auszeichnen.

In der vergangenen Woche hatten die Betreiber europäischer Bahnlinien mit Vertretern der jeweiligen Innen- und Justizministerien über verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in Zügen beraten. Konsens unter den Teilnehmern war, dass es keine unverhältnismäßigen und teuren Sicherheitsaktionen geben sollte, die den Hochgeschwindigkeitsverkehr in der EU behindern würden. Kontrollen mit Metalldetektoren wie am Flughafen oder eine systematische Erfassung der Reisenden wird es demnach wohl nicht geben.

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