Ein Polizist sichert den Ort einer Bombenexplosion in Hua Hin in Thailand ab. Foto: APF

Ausgerechnet rund um den Geburtstag der Königin wird Thailand von einer Bombenserie getroffen. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Die Polizei schließt islamistischen Terror aus.

Bangkok - Eine Bombenserie hat Thailand erschüttert. Binnen weniger als 24 Stunden gab es laut der Polizei mehrere Explosionen, bei denen drei Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden. Wer hinter den Taten steckt, war zunächst unklar. Die Polizei schloss einen islamistischen Hintergrund aus. Als mögliche Drahtzieher vermuteten Beobachter Gegner der Militärjunta, die vergangenen Wochenende über eine Verfassungsänderung abstimmen lassen hatte, die laut Kritikern die Macht der Armee zementieren könnte.

 

Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) gab es laut der Polizei binnen einer halben Stunde zwei Explosionen vor zwei Polizeiwachen in der Provinz Surat Thani. Dabei kam ein Mensch ums Leben. Vier weitere wurden nach Behördenangaben verletzt. Fast zeitgleich detonierte ein Sprengsatz in der Stadt Patong auf der Insel Phuket. Etwa eine Stunde später sei der rund 200 Kilometer südlich von Bangkok gelegene Badeort Hua Hin von zwei weiteren Detonationen getroffen worden.

Viele Ausländer unter den Opfern

Dort waren bereits am Donnerstagabend in kurzem Abstand zwei Bomben explodiert, die auf einer belebten Straße mit vielen Lokalen in Blumenkübeln versteckt waren. Eine thailändische Verkäuferin wurde dabei getötet, mindestens 21 weitere Menschen erlitten Verletzungen - etwa die Hälfte von ihnen waren Ausländer. Über deren Nationalität wurde zunächst nichts bekannt.

Der Tourist Shane Brett schilderte dem australischen Sender ABC von seinem Hotelzimmer in Hua Hin aus das Geschehen. Er habe sich im Kneipenviertel in einer Bar neben einem Luxushotel aufgehalten, als er eine Art Knall gehört habe. „Und jeder ist irgendwie ausgeflippt.“ Er habe aus der Bar geschaut und Menschen davonrennen sehen. Eine halbe Stunde später habe er es ins Hotel zurückgeschafft. Auf dem Weg dahin habe er einige Verletzte gesehen. Überall habe Panik geherrscht. Die ganze Gegend sei von Polizei- und Krankenwagen abgeriegelt gewesen.

Zuvor hatte es am Donnerstagnachmittag in einem Einkaufszentrum in der Stadt Trang eine Explosion gegeben. Dabei wurde eine Person getötet, sechs weitere wurden verletzt.

Die Anschläge wurden am Geburtstag der thailändischen Königin Sirikit verübt, die am Donnerstag 84 Jahre alt wurde. Die Junta hat wiederholt erklärt, dass der Schutz der Monarchin Priorität habe.