Hosen von Hugo Boss kommen beim Kunden offenbar gut an. Foto: dpa

Hugo Boss sieht sich nach Jahren des Umbaus auf dem richtigen Weg. Der Modekonzern will nun stärker zulegen als zuletzt, zugleich aber weiter viel Geld in die neue Strategie stecken.

Metzingen - Der Modekonzern Hugo Boss will schneller wachsen und in diesem Jahr deutlich mehr Geld in seine Läden und in digitale Angebote stecken. Die hohen Investitionen werden das operative Ergebnis 2018 zwar bremsen. Vorstandschef Mark Langer zeigte sich am Donnerstag dennoch überzeugt, dass der Konzern aus Metzingen nach Jahren des Umbaus aus dem Gröbsten raus ist. Die neuen Kollektionen der Marken Boss und Hugo kämen sehr gut an, sagte er laut Mitteilung. „Damit sind wir auf dem richtigen Weg zu nachhaltigem und profitablen Wachstum.“

2017 hatte Hugo Boss beim Umsatz um 1 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zugelegt. Zurückgehalten wurde der Konzern auch vom starken Euro, denn währungsbereinigt lag das Plus bei drei Prozent.

Im eigentlichen operativen Geschäft blieb das Ergebnis in etwa stabil. Weil im Gegensatz zu 2016 aber die hohen Kosten für den Umbau des Unternehmens wegfielen, blieben 2017 unter dem Strich letztlich 231 Millionen Euro übrig - und damit fast ein Fünftel mehr als im Jahr davor. Die Aktionäre sollen 2,65 Euro Dividende je Aktie erhalten. Im Vorjahr hatte Hugo Boss wegen des Gewinneinbruchs infolge der hohen Kosten für den Konzernumbau die Dividende deutlich auf 2,60 Euro je Aktie gesenkt.

Strategie, das Unternehmen auf Luxus auszurichten, ging nicht auf

2018 sollen die Erlöse nun im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Das operative Ergebnis soll aufgrund der geplanten Investitionen auch im laufenden Jahr in etwa auf dem bisherigen Niveau verharren. 170 bis 190 Millionen Euro an Investitionen hat Hugo Boss eingeplant. 2017 waren es 128 Millionen Euro. Das Konzernergebnis soll wie der Umsatz im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat den Vertrag von Vorstandschef Langer um weitere drei Jahre bis Ende 2021 verlängert. Der Manager hatte in der Krise das Steuer übernommen und seitdem das Unternehmen umgebaut. Hugo Boss war durch die Flaute in der Textilindustrie aber auch durch hausgemachte Fehler in die Bredouille geraten.

Die Strategie, das Unternehmen auf Luxus auszurichten, ging nicht auf. Hugo Boss hatte zudem zu viele Filialen in zu kurzer Zeit aufgemacht, was sich rächte, als der Modemarkt einknickte. Langers Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs kostete das 2016 den Job, auch andere Vorstände gingen. Seit Ende 2017 ist das Gremium wieder vierköpfig.

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