Sportwagen in Ludwigsburg brennen aus Polizei schließt Brandstiftung nicht aus

Von Julian Illi 

Zwei Luxuswagen im Wert von 500 000 Euro gehen in einem Ludwigsburger Gewerbegebiet in Flammen auf, die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Für den Eigentümer ist es nicht der erste Feuerschaden.

Ludwigsburg - Der Geruch von verbranntem Gummi liegt noch in der Luft, auf dem Asphalt sind Reste von Löschschaum zu sehen, sonst erinnert am Montagvormittag kaum etwas an das Feuer, das wenige Stunden zuvor in der Ludwigsburger Hermann-Hagenmeyer-Straße gelodert hat. Zwei Luxusautos, zusammengerechnet 500 000 Euro teuer, sind gegen 1.20 Uhr in Flammen aufgegangen. Am Morgen danach verhüllt eine Plastikplane die Wracks. Später untersuchen Techniker der Kriminalpolizei den Brandort.

Wie es zu dem Feuer an den beiden Autos mitten im Gewerbegebiet im Ludwigsburger Südwesten kam, kann das Polizeipräsidium am Montag noch nicht sagen. Eine Brandstiftung schließen die Ermittler nicht aus, bestätigen könne man ein solches Verbrechen aber noch nicht, sagt der Sprecher Peter Widenhorn.

McLaren und AMG-Mercedes brennen komplett aus

Fakt ist, dass die Feuerwehr in der Nacht zum Montag von einer Zeugin alarmiert wurde. Als die Wehr mit zwei Fahrzeugen und zehn Einsatzkräften ankommt, schlagen die Flammen bereits aus einem Sportwagen der Marke McLaren und einem S 63 der Daimler-Tuningtochter AMG aus Affalterbach. Beide Luxuskarossen brennen vollständig aus. Gehört haben sie dem Inhaber eines Karosseriebau-Unternehmens. Auf dem Gelände der Werkstatt parkten die Wagen auch, direkt neben dem Gehweg, nicht in einer Garage.

Gegen 3 Uhr in der Nacht sei er von der Polizei geweckt worden, sagt der Sohn des Firmeninhabers. Die Autos habe sein Vater gefahren, sie seien entsprechend des Wertes auch versichert. Während es bei dem McLaren vor allem am Motor im Heck gebrannt habe, sei der Mercedes an der Front durch das Feuer schwer beschädigt.

Der Sohn des Eigentümers bestätigt auch, dass es nicht das erste Mal ist, dass die Familie von einem folgenreichen Brand betroffen ist: So gehört ihr auch ein Gelände im Remsecker Stadtteil Neckarrems, auf dem im Oktober 2015 das leer stehende Gasthaus Lamm brannte. Die Polizei schätzte den Schaden damals auf rund eine Viertelmillion Euro. Schnell war klar, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Unklar blieb bis heute, von wem – und warum.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat jenen Fall mittlerweile geschlossen, an dem zwischenzeitlich sogar die Staatsschutzabteilung arbeitete: Im Hinterhaus der Gaststätte lebten damals 50 Flüchtlinge, für das Innenministerium stand ein fremdenfeindliches Verbrechen deshalb „im Raum“. Schnell schlossen die Ermittler ein solches aber aus, bis zum Ende der Spurensuche konnte sie keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund finden.

Besitzer der Autos streitet sich wegen eines anderen Brandes vor Gericht

Derzeit beschäftigt sich gleichwohl eine Zivilkammer des Stuttgarter Landgerichts mit dem Feuer in dem Gasthaus, das inzwischen abgerissen wurde – denn die Versicherung des Eigentümers und Firmenchefs will für den Schaden nicht aufkommen. Sie behauptet, der Ludwigsburger habe das Feuer selbst gelegt, um „wirtschaftlich davon zu profitieren“, wie es in einem Schreiben heißt. Der Eigentümer bestreitet diese Vorwürfe vehement, er und seine Frau haben die Versicherung vor Gericht gebracht, um sie zu zwingen, den Schaden an dem Haus zu begleichen. Der nächste Verhandlungstermin ist für Ende Mai angesetzt.

Deutlich schneller sollen die Ergebnisse der Kriminaltechniker zur Brandursache der teuren Sportwagen vorliegen. Spekulationen in den sozialen Medien, wonach das Feuer etwas mit einer benachbarten Flüchtlingsunterkunft zu tun haben könnte, hält die Polizei für abwegig. Laut dem Polizeisprecher Peter Widenhorn deutet „überhaupt nichts in diese Richtung.“

Wertvolle Autos im Visier von Brandstiftern

Bandenstreit
Im November 2016 muss die Ludwigsburger Feuerwehr in den Stadtteil Oßweil ausrücken: Ein rund 25 000 Euro teurer Range Rover brennt komplett aus. Die Ermittler sehen diese Brandstiftung im Zusammenhang mit dem Streit zwischen der kurdischen Bahoz-Gruppe und den türkischen Rockern der Osmanen Germania.

Serie
Gleich 34 Luxuskarossen im Kreis Ludwigsburg zündet ein ehemaliger Feuerwehrmann aus Affalterbach an, er wird wegen schwerer Brandstiftung Anfang 2014 zu neun Jahren Haft verurteilt. Der damals 30-Jährige gibt dabei zu, auch in Möbelhäusern und bei Autohändlern in der Region Feuer gelegt zu haben. Insgesamt entsteht dabei ein Schaden von mehr als zwölf Millionen Euro.

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