Für das Parkhaus am Eingang zum Otto-Quartier muss die Stadt Wendlingen rund 9,8 Millionen Euro berappen. Es wird hauptsächlich aus Holz gebaut und auf fünf Ebenen 347 Autostellplätze bieten. Die Arbeiten haben jetzt begonnen.
Nach einer mehrmonatigen Verzögerung ist in Wendlingen jüngst der Spatenstich für das neue Parkhaus im Schwanenweg gesetzt worden – die Stadt rechnet mittlerweile mit Gesamtkosten in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro. Der ursprüngliche Kostenansatz hatte Mitte 2021 noch bei etwa 8,2 Millionen Euro gelegen. Damit ist das Projekt am Eingang des neuen Otto-Quartiers das teuerste Bauvorhaben in Wendlingen. Für die Stadtentwicklung ist es laut dem Bürgermeister Steffen Weigel unerlässlich und damit auch die Investition wert.
Inbetriebnahme ist im ersten Quartal 2024 geplant
Zwischen dem Otto-Quartier und dem Wendlinger Bahnhof soll ein nachhaltiges Gebäude entstehen, das hauptsächlich aus Holz gefertigt wird. Anstelle einer üblichen Stahl- und Betonbauweise hat das Parkhaus eine Konstruktion überwiegend aus Sperrholzdecken und Schichtholzstützen.
Lediglich die Rampendecken und die Treppenhäuser werden – auch aus Brandschutzgründen – aus Beton gebaut. Durch die Leichtbauweise und dem minimalen Einsatz der kohlendioxidintensiven Materialien Stahl und Beton werden dabei große Mengen Kohlendioxid eingespart, erläutert das Stuttgarter Büro Herrmann+Bosch Architekten, das nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für das Projekt erhalten hatte. „Damit bekommen wir eines der ersten Holzparkhäuser in Deutschland“, freute sich Weigel. Auf insgesamt fünf Ebenen werden 347 Autostellplätze ausgewiesen, davon sind 243 Stellplätze – etwa 70 Prozent – öffentlich nutzbar. Hinzu kommen 150 Fahrradabstellplätze sowie E-Ladestationen. Durch die Nähe zum benachbarten Bahnhof wird das neue Parkhaus Weigel zufolge zu „einer modernen Mobilitätsdrehscheibe“, die die Verknüpfung der verschiedensten Verkehrsarten ermöglichen werde. Die Verwaltung rechnet mit einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr, die Inbetriebnahme des Parkhauses ist damit für das erste Quartal 2024 vorgesehen. Bezuschusst wird das Bauvorhaben vom Land und dem Verband Region Stuttgart voraussichtlich mit rund 1,8 Millionen Euro.
Süd-Fassade und Dach werden begrünt
Nötig wurde der Neubau durch den Wegfall des Behrparkplatzes auf der anderen Seite der Bahngleise – dort sind bereits seit einiger Zeit die Bauarbeiten für das neue zentrale Verwaltungsgebäude der Volksbank Mittlerer Neckar im Gange. „Durch den Bau des Parkhauses wird die Stadtentwicklung am westlichen Ortseingang weiter vorangetrieben“, erläuterte Weigel. Zudem kommt dem ellipsenförmigen Holzbau auch hinsichtlich der Bebauung des Otto-Quartiers eine wichtige Rolle zu: Zusammen mit zwei weiteren Gebäuden am Eingang des Areals, für die der Investor CG Elementum verantwortlich zeichnet, sollen die Anforderungen hinsichtlich des Lärmschutzes für die dahinter liegende geplante Wohnbebauung gewährleistet werden. Deswegen wird das Parkhaus auf seiner Nordseite mit einer Fassade aus transluzentem Profilglas ausgestattet, auf der zum Bahnhof hin gelegenen Südseite wird die Fassade – wie im Übrigen auch das Dach – begrünt. Erst, wenn unter anderem das Parkhaus weitestgehend fertig ist, kann der Projektentwickler Isaria – er hatte der CG die entsprechenden Baufelder abgekauft – mit der Bebauung des Herzstücks im neuen Quartier beginnen.
Der Wendlinger Bürgermeister Steffen Weigel appellierte deshalb an die ebenfalls beim Spatenstich anwesenden CG-Vertreter, möglichst zeitnah mit der Bebauung zu starte. Die Baugenehmigung liege ja bereits vor, bekräftigte der Verwaltungschef.