In Deutschland gibt es das dritte Geschlecht. Für den DFB war das der Anlass, im Fußballstadion einiges zu verändern. Foto: dpa-Zentralbild

Seit dem 1. Januar gibt es in Deutschland offiziell das dritte Geschlecht. Auch der DFB setzt sich damit auseinander – zum Länderspiel gegen Serbien gibt es deshalb erstmals konkrete Änderungen in Wolfsburg.

Wolfsburg - Mit dem Testspiel gegen Serbien startet die deutsche Fußball-Nationalelf heute Abend in die diesjährige Länderspielsaison. Doch das Event in der Wolfsburger Volkswagen-Arena ist nicht nur der viel diskutierte Neustart unter Bundestrainer Joachim Löw, sondern zieht auch abseits der Debatte Aufmerksamkeit auf sich. Der Grund: Der Stadionbesuch soll für Fans heute möglichst genderneutral werden.

Unisex-Toiletten und genderneutrale Ordner

Schon am Einlass können die Zuschauer sich daher entscheiden, ob sie lieber von einem männlichen oder einem weiblichen Ordner abgetastet werden wollen. Bisher galt bei diesen Sicherheitsvorkehrungen strenge Geschlechtertrennung: Frauen wurden von Frauen, Männer von Männern kontrolliert.

Zudem wird es im Wolfsburger Stadion eine zusätzliche Unisex-Toilette geben, um der „Vielfalt geschlechtlicher Identität gerecht zu werden“, so die Queer Football Fanclubs. Die Mitarbeiter im Stadion seien speziell darauf geschult worden, für Fragen und Feedback zur Verfügung zu stehen und die Besucher darauf hinzuweisen, dass die neue Toilette von allen benutzt werden dürfe.

Umsetzung von Workshop-Ergebnissen

Mit diesen beiden Maßnahmen setzt der DFB erste Ergebnisse eines Workshops zum Thema „Queere Fans im Stadion“ um. Mitte Januar hatten sich Vertreter des Verbands zu diesem Thema mit der DFL und den Queer Football Fanclubs zusammengesetzt und verschiedene Vorschläge erarbeitet.

Die Queer Football Clubs freuen sich über die schnelle Umsetzung der Workshop-Ergebnisse. „Wir werden den Prozess konstruktiv begleiten“, sagte Pressesprecher Sven Kistner.

Vielfaltswochen in Wolfsburg

In Wolfsburg hat man sich bereits letzte Woche mit dem Thema Vielfalt beschäftigt. Zum Abschluss der „Vielfaltswochen 2019“, der Projektwochen des VfL Wolfsburg gegen Intoleranz, erstrahlte das Stadion am vergangenen Wochenende bereits in Regenbogenfarben. Zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf erschienen die Spieler des VfL zudem im Sondertrikot mit „#Vielfalt“-Aufdruck.

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