Testbericht Canon EOS M5 Die kleine Allroundkamera für jede Situation

Von Julian Wenzel 

Canon ist seit Jahren groß im Geschäft mit Spiegelreflexkameras. Mit der Canon EOS M5 haben sie eine spiegellose Systemkamera entwickelt, die vor allem auf Kompaktheit wert legt. Aber welche Bildqualität steckt in dem kleinen Paket?

Als ich die Canon EOS M5 das erste Mal auspacke, fällt mir sofort die Größe auf: es ist schon erstaunlich, wie klein und kompakt diese Kamera ist, ohne auf hilfreiche Bedienelemente wie einen elektronischen Sucher zu verzichten.

Ebenso auffällig ist der im Verhältnis zum Gehäuse riesige Touchscreen-Bildschirm. Der lässt sich nicht nur komplett nach vorne klappen, was für Selfies praktisch ist, sondern auch angenehm mit den Fingern bedienen. Leider immer noch nicht selbstverständlich bei Kameras.

Kleiner Body, aber große technische Daten

Trotz der kompakten Größe, wurde aber nicht am Innenleben gespart. Der APS-C Bildsensor löst mit 24,2 Megapixeln auf. Damit können nicht nur hervorragende Bilder aufgenommen werden, auch Videos in FullHD mit 60 Bildern pro Sekunde sind möglich, die einen leichten Zeitlupeneffekt ermöglichen. Die Serienfunktion schafft bis zu sieben Bilder pro Sekunde in voller Auflösung, womit sich die Kamera auch für sportliche Motive eignet. Praktisch ist auch die Verbindungsfreudigkeit der Kamera.

Die Canon EOS M5 verfügt nicht nur über WLAN, sondern auch Bluetooth und NFC. Eine extra Taste startet die drahtlose Übertragung der Bilder ohne Umwege über Menüs. Über die übersichtliche App von Canon lassen sich so komfortabel Bilder aufs Smartphone übertragen – besonders unterwegs ein tolles Feature.

Praktisch für bestehende und neue Canon-Besitzer

Für die M-Modellreihe hat Canon extra eine eigene Objektivserie herausgebracht, die vor allem kleiner und leichter als bisherige Objektive des Herstellers sind. Die Auswahl an Linsen ist zwar derzeit noch beschränkt. Mit dem 18-150mm Standardzoom gibt es aber ein universelles Objektiv im Angebot, das besonders für Reisen interessant ist. Ich würde mir lediglich ein paar mehr lichtstarke Optiken für die M-Serie wünschen.

Wer aber gerne aus der vollen Objektivauswahl schöpft, kann über den EF-EOS M Adapter alle gängigen Canon-Objektive mit EF-Mount auf die Systemkamera adaptieren. Da ich als langjähriger Canon-Nutzer einige EF-Objektive besitze, ist es für mich ein großer Pluspunkt, dass ich diese auch an der kleinen Kamera nutzen kann und nicht extra in neue Objektive investieren muss. Ein Adapter klingt oft nach Notlösung, die mit Kompromissen einhergeht. Das ist hier aber nicht der Fall. Die adaptierten Objektive fokussieren gewohnt schnell und rasten optimal ein.

Ein praktischer Nebeneffekt: Durch die in der Kamera verbaute 5-Achsen Stabilisierung können auch Objektive ohne eingebauten Stabilisator längere Verschlusszeiten oder verwacklungsfreie Videos aufnehmen. Eine Funktion, die derzeit selbst die Profikameras von Canon nicht haben. Es lohnt sich also für bestehende Canon-Nutzer die EOS M5 als Alternative oder kompakte Erweiterung zu testen.

Was kann die Kamera in Sachen Bildqualität?

Einiges – vor allem in Bezug auf die Kompaktheit. Der Sensor liefert natürliche Farben, wie man es von Canon gewohnt ist. Auch bei dunklen Lichtverhältnissen gelingen erstaunlich gute Bilder. Natürlich kann die M5 nicht mit den Profikameras von Canon mithalten. Trotzdem überrascht mich vor allem das Rauschverhalten, das natürlich und wenig störend ist.

Bisher hört man wenig über die Canon EOS M5 – ich sage: zu Unrecht! Einen kurzen Test beim Fachhändler des Vertrauens sollte sie einem allemal wert sein.


Zum Autor: Julian Wenzel hat zeitgleich zur Canon EOS M5 auch das Profimodell Canon EOS 5D Mark IV getestet. Er war überrascht, wie viele Funktionen die kleine Systemkamera mit der großen Profikamera gemeinsam hatte, obwohl sie mehrere tausend Euro Kaufpreis trennen.