Mehrere Tesla-Neuwagen haben letztes Jahr in Holzgerlingen gebrannt. Foto: privat

Es gibt neue Details zu den brennenden Tesla-Wagen in Holzgerlingen. Das Landesamt für Verfassungsschutz deckt die Verbindung zu einer bundesweiten linksextremistischen Serie auf.

Erst Holzgerlingen, dann Berlin: Als im vergangenen Jahr beim Auslieferungszentrum des Autoherstellers Tesla in Holzgerlingen mehrere Neuwagen lichterloh brannten, schaltete sich der Staatsschutz ein. Nun stellt sich laut dem Landesamt für Verfassungsschutz heraus, dass die Brandstiftung in Holzgerlingen wohl Teil einer Reihe linksextremistischer Sabotageaktionen der Kampagne „Switch off – the system of destruction“ war – ebenso wie der mutmaßliche Anschlag auf das Berliner Stromnetz.

 

Die „Switch off“-Kampagne wurde offenbar 2023 initiiert. Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz handelt es sich dabei um die derzeit bedeutendste militante Kampagne im Linksextremismus, die Antikapitalismus mit klimapolitischen Themen verbindet. Hierbei handele es sich nicht um eine feste Gruppe von Extremisten.

Verschiedenste Akteure

Vielmehr würden unter dem Label „Switch off“ die Straftaten verschiedenster Akteure zusammengefasst und so zu weiteren Straftaten aufgerufen. Auch die linksextremistischen „Vulkangruppen“, die nun offenbar in Berlin eine Großschadenslage ausgelöst haben, hätten sich laut Bundesverfassungsschutz an der „Switch off“-Kampagne beteiligt.

100 000 Menschen saßen tagelang ohne Strom da

Tagelang waren Teile Berlins ohne Strom: Rund 100 000 Menschen waren von dem Blackout im Berliner Südwesten betroffen – das sind rund 45 000 Haushalte und über 2000 Betriebe. Es war der längste Stromausfall in der Hauptstadt in der Nachkriegsgeschichte. Die Reparaturarbeiten waren kompliziert, nicht zuletzt aufgrund der extrem kalten Temperaturen der vergangenen Tage. Seit Mittwoch ist der Strom in Berlin wieder hergestellt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht bei dem Vorfall von einem linksextremistisch motivierten Anschlag der „Vulkangruppe – Den Herrschenden den Saft abdrehen“ aus, die wohl ein Bekennerschreiben formuliert hat. Mittlerweile hat sich allerdings eine andere „Vulkangruppe“ von dem Anschlag distanziert – einmal mehr ein Hinweis darauf, dass es sich dabei nicht um eine zentral geführte Gruppe handelt.

Noch keine Tatverdächtigen bei Brandstiftung in Holzgerlingen gefunden

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg hatte noch im vergangenen Jahr informiert, dass zu dem Vorfall in Holzgerlingen kein Bekennerschreiben vorlag. Auf erneute Nachfrage bestätigt das Präsidium, dass die Ermittlungen zu dem Fall auf der Schönbuchlichtung größtenteils abgeschlossen seien, bislang hätten aber noch keine Tatverdächtigen ermittelt werden können. Wohl aber wird die Brandstiftung nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz in der „Switch off“-Kampagne, bei der es sich um eine Art Blog handelt, aufgelistet. Auch konkrete Aufrufe seien von „Switch off“ veröffentlicht worden. So unter anderem im März 2025: „Begrüßt den Frühling, zündet einen Tesla an!“, wie der Landesverfassungsschutz in einer Veröffentlichung informiert.

Elf Neuwagen in Brand

Der Sachschaden, der am Auslieferungszentrum in Holzgerlingen entstanden ist, beläuft sich auf eine halbe Million Euro. Damals brannten auf dem Gelände insgesamt elf Neuwagen. Die Holzgerlinger Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus. Es waren Anwohner, die die Einsatzkräfte mitten in der Nacht aufgrund der aufsteigenden Rauchschwaden informierten.

Die polizeilichen Ermittlungen auf dem Holzgerlinger Gelände ergaben schließlich, dass es ausgeschlossen werden könne, dass die Autos von selbst angefangen hätten, Feuer zu fangen. Denn die Batterien, informierte damals die Feuerwehr, hätten nicht gebrannt. Auch an Ladesäulen seien die Neuwagen zum Zeitpunkt des Brandes nicht angeschlossen gewesen.

Damals wurden auch in den USA immer wieder Teslas zur Zielscheibe von Brandanschlägen. Auch im brandenburgischen Grünheide lag die Produktion mehrere Tage brach, nachdem es im Februar zu einem Brandanschlag auf die Stromversorgung des dortigen Tesla-Werks gekommen war. Auch dort erklärte sich die linksextremistische „Vulkangruppe“ verantwortlich.