Am Montag stellte Deutschland sämtliche Fracht- und Linienflüge aus dem Jemen ein.

Berlin - Am Montag stellte Deutschland sämtliche Fracht- und Linienflüge aus dem Jemen ein. Die jemenitische Luftfahrtgesellschaft Yemenia, die Deutschland anfliegt, kann zunächst keine Flüge nach Deutschland mehr abwickeln. Ihr sei "bis auf weiteres die Landeerlaubnis entzogen" worden, hieß es. Es werde untersucht, ob dieses Verbot, das vor allem Lieferungen mit den US-Logistikunternehmen UPS, FedEx, aber auch der deutschen DHL betreffe, auf "Fracht aus anderen Ländern" ausgedehnt werden solle, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Darüber hinaus will Berlin EU-weit schärfere Regeln für die Luftfracht durchsetzen.

Die Behörden sind nach dem jüngsten Terrorvorfall mit Paketbomben aus dem Jemen alarmiert. Sie waren mit Ziel Chicago aufgegeben worden. "Die Sprengwirkung wäre erheblich gewesen", hieß es aus Sicherheitskreisen in Berlin. Eine der zwei aufgespürten Bomben war als Luftfracht auf dem Flughafen Köln-Bonn umgeschlagen worden. Sie enthielt 400 Gramm Sprengstoff, versteckt im Farbtoner eines Laserdruckers.

Auf der Suche nach Sicherheitslücken

Das Bundesinnenministerium richtete einen Arbeitsstab ein, um Schwachstellen im Transport- und Überwachungssystem aufzudecken. Es gehe darum, eine Balance zwischen dem freien Warenverkehr und den Sicherheitsanforderung zu finden.

Der saudi-arabische Geheimdienst soll am Freitag das Bundeskriminalamt informiert haben. Die Warnung sei aber erst nachts um 2.40 Uhr in Deutschland eingetroffen, als die gefährliche Luftfracht auf dem Weg nach Großbritannien war.

Zugleich warnte das Bundesinnenministerium vor Panikmache. Die Gefahr des internationalen Terrorismus sei nicht konkret in Hinsicht auf Deutschland. Allerdings sei auch klar, dass trotz "hoher Kontrolldichte" eine 100-prozentige Sicherheit nicht erreichbar sei.

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