Nur am Sonntag regnete es auf dem Weissenhof – ansonsten herrschte in diesem Jahr eitel Sonnenschein. Foto: Baumann

Der Turnierdirektor auf dem Weissenhof erwartet sich von der Stadt Stuttgart „mehr Engagement“ und plant in den nächsten Jahren Aktivitäten in der City.

Die Zahlen stimmen. Insgesamt 54 000 Zuschauer strömten in diesem Jahr auf die Anlage des TC Weissenhof bei den Boss Open – und damit 1000 mehr als im Vorjahr. Schon anno 2024 waren die Veranstalter um Turnierchef Edwin Weindorfer zufrieden und sprachen von einem „Nach-Corona-Rekord“, in diesem Jahr sind sie es umso mehr. „Wir sind stolz darauf, dass uns nochmals eine Verbesserung gelungen ist“, sagte Weindorfer am Sonntag.

 

Klar, der Weltranglistendritte Alexander Zverev war bei seiner ersten Teilnahme auf dem Killesberg seit dem Jahr 2019 das Zugpferd, aber auch das Wetter spielte mit. Regen gab es nur am finalen Sonntag, die Veranstalter hatten den Beginn des Endspiels wegen der schlechten Wettervorhersage am Samstag von 14 auf 12 Uhr verlegt. Am Sonntag regnete es kurz, ehe es mit kurzer Verspätung losging. Zu Beginn des zweiten Satzes kam der nächste Schauer, der heftiger ausfiel. Nach mehr als einer Stunde Unterbrechung ging es auf dem Center Court weiter.

Vor dem Beginn des Finals hatte Weindorfer den Stuttgarter Tennisfans bei der Abschlusspressekonferenz Hoffnung auf weitere Zverev-Auftritte in den nächsten Jahren gemacht. „Ich werde mich in Wimbledon mit seinem Staff zusammensetzen – ich bin sehr zuversichtlich, dass Alexander wieder hier dabei sein wird.“ Konkret geht es um einen Vertrag mit Zverev über die nächsten drei Jahre – der bisherige Dreijahresvertrag läuft mit dem Turnier in diesem Jahr aus. In den vergangenen Jahren hatte Zverev seine Teilnahme auf dem Weissenhof einige Male kurzfristig abgesagt – was auch bei einem neuen Vertragsabschluss angesichts der French Open, die kurz vor dem Stuttgarter Rasenturnier enden, mit Blick in die nächsten Jahre alles andere als ausgeschlossen ist. Nach dem verlorenen Endspiel am Sonntag machte Zverev dem Stuttgarter Publikum Hoffnung: „Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr in Paris im Finale stehe. Wenn nicht, werde ich sehr froh sein, wieder hier zu sein.“

Unabhängig von Zverev gab es von der österreichischen Veranstaltungsagentur Emotion weitere positive Nachrichten: Der Vertrag mit Titelsponsor Boss wurde bis 2030 verlängert. Die Veranstalter wollen das Turnier in den nächsten Jahren, so sagt es Weindorfer, „noch attraktiver machen“ – etwa mit Live-Konzerten auf der Anlage. Und: Weindorfer will sein Turnier auch in der Innenstadt präsenter machen – der Österreicher nimmt dabei die Stadt in die Pflicht: „Wir werden versuchen, in der Königsstraße mehr Aktivitäten zu setzen, ich werde mit der Stadt Stuttgart sprechen, dass sie sich mehr engagieren – da erwarte ich mir ein bisschen mehr als bisher.“ Weindorfer schwebt etwa eine kleine Fanmeile vor, mit Live-Übertragungen der Matches auf einer LED-Wand.