Tobias Eisenbarth, Vorsitzender TC Altbach-Zell, liebt Tennis. Foto: /Philipp Braitinger

Der Tennisclub Altbach-Zell rührt die Werbetrommel. Am Sonntag, 18. Juni, findet auf der Vereinsanlage von 11 bis 16 Uhr ein Kinderfest statt.

„Es ist ein toller Sport.“ Die Begeisterung des ersten Vorsitzenden des TC Altbach-Zell, Tobias Eisenbarth, für das Tennis ist ansteckend. Der Verein kämpft jedoch seit Jahren mit einem schleichenden Mitgliederschwund. Um mehr Kinder und Jugendliche an das Tennis heranzuführen, kooperiert der TC Altbach-Zell seit Kurzem mit den beiden Grundschulen der Ortschaften. Darüber hinaus sind Kinder und Jugendliche am Sonntag, 18. Juni, mit ihren Eltern auf die Vereinsanlage (In der Hart 4, Altbach) eingeladen. Beim Kinderfest können die Besucher zwischen 11 und 16 Uhr an elf Stationen den Schläger schwingen, balancieren, Slalom laufen und sich der Ballmaschinen stellen.

 

Die Schläger und Bälle stellt der Verein, nur die Sportschuhe sollten selbst mitgebracht werden. „Wir müssen wieder das Interesse am Tennissport wecken“, sagt Eisenbarth. Und damit die Eltern nicht darben, während sich die Kinder auf dem Platz vergnügen, sorgen die Vereinsmitglieder am Grill und an der Getränketheke für das leibliche Wohl ihrer Gäste.

Der Tennissport hat viele Vorzüge

Für Eisenbarth liegen die Vorteile des Tennis auf der Hand. Neben gesundheitlichen Aspekten macht für ihn die physische Vielseitigkeit den Reiz des Sports aus. Sowohl Oberkörper als auch Beine sind gefragt. Hinzu komme die spannende Spieltaktik. Außerdem brauche man nur einen Mitspieler und keine ganze Mannschaft. Der Sport sei damit zeitlich recht flexibel zu betreiben. Und sowohl beim Einzel als auch beim Doppel könnten Männer und Frauen unproblematisch zusammenspielen. „Es ist ein Rundumpaket“, so Eisenbarth.

Der Sport sei schnell zu erlernen, verspricht der Vorstand. Ganz ohne Training gelingt es Anfängern allerdings nicht, einen Ballwechsel oder einen Aufschlag hinzubekommen. Damit die Bewegungsabläufe sitzen, ist ein gewisses Koordinationsvermögen notwendig. Erlernt werden kann das Tennis bei den Trainern. Der Verein arbeitet mit der Tennisschule Boris Kärcher zusammen. Als weiterer Trainer steht regelmäßig Lothar Stiehl auf dem Platz. Seit 49 Jahren sei er Mitglied, berichtet er. Als Spieler der ersten Stunde kann er sich noch an die Anfänge des Vereins erinnern.

Rund um die Vereinsgründung im Jahr 1972 sei eine Gemeindereform diskutiert worden. Altbach und Zell hätten zusammengeschlossen werden sollen. Es kam bekanntlich anders. Zell wurde 1974 nach Esslingen eingemeindet, während Altbach seine Selbstständigkeit behielt. Der gemeinsame Tennisclub hatte sich da aber bereits gegründet. Die Gemarkungsgrenze verläuft durch das Vereinsgelände. „Nur der Platz sechs ist ganz auf Altbacher Gemarkung“, erklärt Stiehl. Der Platz zwei gehöre noch etwa zur Hälfe zu Altbach. Das Vereinsheim steht wiederum in Altbach.

Im Vergleich zu heute waren die 70er Jahre goldene Zeiten für den Tennissport. Zeitweise war der Andrang neuer Mitglieder gar nicht mehr zu bewältigen. „Wir hatten einen Aufnahmestopp“, erinnert sich Stiehl. Und es konnte auch nicht jeder allein durch das Ausfüllen eines Antrages Mitglied werden. Man habe einen Bürgen gebraucht und eine hohe Aufnahmegebühr bezahlen müssen. Abschreckend schien dies alles kaum gewesen zu sein. Mehr als 400 Mitglieder seien sie einst gewesen.

Die Boom-Jahre mit Boris und Steffi sind längst Geschichte

Einen Boom habe es noch mal in den 80er Jahren gegeben, als Stars wie Steffi Graf, Boris Becker oder später noch Michael Stich erfolgreich waren. „Danach sind die Mitgliederzahlen rückläufig gewesen“, so Eisenbarth. Neben fehlenden Vorbildern gebe es heute für die Kinder und Jugendlichen viele Konkurrenzangebote. „Man muss mehr Erlebnis schaffen“, sagt Eisenbarth. Außerdem solle jenen Kindern und Jugendlichen, die sportlichen Ehrgeiz an den Tag legten, ein gutes Trainingsangebot gemacht werden. Ein dauerhaftes Angebot, um vielen Kindern einen Einstieg zu ermöglichen, sind die neuen AGs an den Grundschulen in Altbach und Zell.

Aktuell habe der Verein noch rund 250 Mitglieder, davon rund 70 Kinder und Jugendliche, berichtet der Vorsitzende Eisenbarth. In einigen Altersklassen könnten aufgrund der geringen Mitgliederzahlen keine Mannschaften mehr gemeldet werden, bedauert er. Mit den nun beginnenden Anstrengungen bei der Nachwuchsgewinnung hofft der Verein, wieder mehr Kinder und Jugendliche zu begeistern. „Und wenn die Kinder Interesse haben, kommen vielleicht auch die Eltern“, so der Vorsitzende.

Tennis ist in Deutschland nach wie vor populär

Geschichte
 Die ersten deutschen Tennisclubs wurden bereits wenige Jahre nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 gegründet. Zur Massensportart wurde das Tennis allerdings erst hundert Jahre später. Anfang der 1980er Jahre übersprang die Mitgliederzahl in den Vereinen die Millionengrenze. Sie verdoppelte sich danach in nur zehn Jahren auf mehr als zwei Millionen.

Mitgliederzahlen
 Tennis ist auch heute noch eine der beliebtesten Sportarten in Deutschland. Im Jahr 2022 zählt der Deutsche Tennis Bund 1,45 Millionen Vereinsmitglieder. Das sind rund 62 000 mehr als im Jahr davor. Damit wuchs die Zahl der Tennisspieler um knapp 4,5 Prozent. Einen so großen Anstieg der Mitgliederzahlen gab es laut DTB zuletzt vor mehr als 30 Jahren.