Die Tennisfrauen des TEC Waldau bezwingen Hamburg nach einem 2:4-Rückstand noch mit 5:4 und können nun aus eigener Kraft den Klassenverbleib bewerkstelligen.
Mit einem regelrechten Kraftakt haben die Frauen des TEC Waldau ihre Situation im Abstiegskampf der ersten Tennis-Bundesliga deutlich verbessert. Die Degerlocherinnen gewannen im Heimspiel gegen den Club an der Alster Hamburg alle drei Doppel und drehten die Partie nach einem 2:4-Rückstand nach den Einzeln noch in einen enorm wichtigen 5:4-Sieg. Am nächsten Samstag (12 Uhr) hat der deutsche Meister von 2005 damit sein sportliches Schicksal in eigenen Händen: Mit einem Auswärtssieg im schwäbischen Derby beim noch sieglosen Schlusslicht VfL Sindelfingen wäre der Klassenverbleib geschafft und der zweite Abstieg aus der nationalen Eliteklasse nach 2014 verhindert. „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft, die nie aufgegeben und den zweiten Saison mit enormem Teamgeist absolut verdient hat“, sagte der Waldau-Geschäftsführer Thomas Bürkle nach dem sportlichen Krimi.
Dass die vor der Partie mit nur einem Sieg aus fünf Spielen auf dem vorletzten Rang liegenden Gastgeberinnen gegen die favorisierten Gäste aus dem hohen Norden (vier Siege, eine Niederlage) durchaus eine Siegchance haben würden, war schon beim Blick auf die Aufstellungen klar: Zwar musste die Waldau ihrerseits in Brenda Fruhvirtova und der Kroatin Jana Fett gleich auf zwei Spitzenspielerinnen verzichten, noch härter traf es allerdings die Gäste, bei denen gleich die Top vier der Meldeliste aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht auf dem Platz standen, unter anderem Ella Seidel, weil sie nur ein paar Kilometer Luftlinie entfernt beim ITF-Weltanglistenturnier an der Vaihinger Heßbrühlstraße noch im Wettbewerb war.
Trotz dieser eigentlich guten personellen Ausgangslage gingen die Gastgeberinnen mit einem 2:4-Rückstand in die Doppelrunde, weil in den Einzeln lediglich Alexandra Vecic an Position vier (6:0, 7:6 gegen Anna Klasen) und die 38-jährige Belgierin Kirsten Flipkens (6:4, 6:1 gegen Lisa Matviyenko) ihre Spiele gewannen. Ein Remis wäre zu diesem Zeitpunkt schon möglich gewesen, hätte nicht die Slowenin Dalila Jakupovic ihr Einzel gegen die deutsche Senkrechtstarterin Noma Noha Akugue nach gewonnenem ersten Durchgang noch verloren.
Eine höchst erfreuliche Wendung für die Gastgeberinnen nahm die Partie dann am Samstagnachmittag mit dem Umzug unters Hallendach. Die Wetterbedingungen ließen ein Weiterspielen unter freiem Himmel nicht mehr zu und in der Halle entschieden die TEC-Frauen dann sensationell alle drei Doppel für sich. „Wir hatten in den Doppeln nichts mehr zu verlieren und genau so hat die ganze Mannschaft dann auch gespielt“, sagte der Waldau-Trainer Danijel Krajnovic nach einer spannenden Begegnung mit einem überragenden Ende.
Die Waldau-Frauen haben mit ihrem zweiten Saisonsieg den Rivalen TC 1899 Blau-Weiss Berlin (2:7-Niederlage in Dresden) überholt und vor der abschließenden Runde den Sprung auf den Nichtabstiegsplatz geschafft. Mit einem finalen Sieg am Samstag beim bereits als Absteiger feststehenden VfL Sindelfingen können sich die Frauen vom Fuß des Fernsehturms aus eigener Kraft retten. Sollten sie im Derby überraschend als Verlierer vom Platz gehen, dann würde ein Sieg des TK Blau-Weiß Aachen im Heimspiel gegen Blau-Weiss Berlin ebenfalls die Rettung bedeuten. Den letzten entscheidenden Schritt wollen die Stuttgarterinnen nun am Samstag aber höchst selbst gehen, ohne sich auf Schützenhilfe der Rheinländerinnen verlassen zu müssen.