Waldau-Spielerin Anna Zaja verspricht „alles rauszuhauen“. Foto: StN

Die Bundesligamannschaft des TEC Waldau spielt am Sonntag (11 Uhr) ihr Abstiegsendspiel gegen den TC Moers.

Stuttgart - Wenn Thomas Bürkle bekennt, dass er schlecht schläft, ist das kein gutes Zeichen. Nicht für den Teammanager des TEC Waldau, und auch nicht für seine Frauen-Mannschaft, die am Sonntag (11 Uhr) auf der heimischen Anlage in Degerloch gegen den TC Moers um den Verbleib in der Tennis-Bundesliga kämpft. Dabei stehen die Vorzeichen günstig – zumindest von der Papierform her.

Gewinnen die Mädels von der Waldau ihr Heimspiel gegen Moers, ist die Sache bei einer gleichzeitigen Niederlage des Konkurrenten DTV Hannover gegen Regensburg geritzt. Der Tabellenletzte und bereits als Absteiger feststehende TC Moers dürfte für die Stuttgarterinnen genauso wenig zum Stolperstein werden wie Hannover für den um die Meisterschaft kämpfenden Tabellenführer Regensburg – könnte man meinen.

Doch Bürkle hat schon viel erlebt in seiner langen Karriere. Deshalb weiß der umtriebige Tennis-Manager: Nichts ist unmöglich. Schon gar nicht in der Tennis-Bundesliga, wo viele Spielerrinnen nach dem Motto heute hier, morgen dort, munter zwischen Turnieren und Auftritten in der Bundesliga hin und her pendeln. Verlässlichkeit sucht man vergebens, was Prognosen über den Ausgang der Spiele so schwierig macht.

Wer läuft in Hannover auf?

So würde sich auf der Waldau niemand wundern, wenn Konkurrent Hannover am Sonntag gegen Regensburg plötzlich wieder Kiki Bertens aufbieten würde – eine echte Spitzenspielerin, die bei den French Open in diesem Jahr im Halbfinale stand. Bisher hat die Niederländerin nur zwei Spiele für die Niedersachsen bestritten – eines davon ausgerechnet gegen die Waldau. Hannover entschied das Abstiegsduell mit 5:4 für sich. Mit Bertens hätte Hannover am Sonntag auch gegen den Tabellenführer eine Chance, mutmaßt Bürkle.

Apropos 5:4: So lautet das Standardergebnis des TEC Waldau in dieser Saison. Leider in umgedrehter Ziffernfolge. In vier von fünf Spielen mussten sich die Degerlocherinnen mit 4:5, dem knappsten aller Ergebnisse, geschlagen geben. „Da war schon auch viel Pech dabei“, sagt Anna Zaja, eine der vielen jungen deutschen Spielerinnen im Team. „Am Sonntag werden wir aber alles raushauen, um das bessere Ende auf unserer Seite zu haben.“

Bürkle setzt in den Tagen vor dem Spiel alles daran, seine bestmögliche Mannschaft aufzubieten. Dazu gehört auch Katerina Siniakova, die Nummer 114 der Welt. Dumm nur aus Stuttgarter Sicht, dass die Tschechin in der kommenden Woche beim WTA-Turnier im schweizerischen Gstaad aufschlagen wird; ihre letzte Chance, sich noch für das Hauptfeld der US Open zu qualifizieren. Ein Bundesligaspiel am Sonntag in Stuttgart sieht sie dafür nicht als ideale Vorbereitung an, weshalb Bürkle noch in der Luft hängt. Der Waldau-Macher will seine Kontakte spielen lassen, um für Siniakova einen möglichst späten Turnierstart in Gstaad zu ermöglichen. Dann könnte sie am Sonntag vielleicht doch noch dabei sein. Und Thomas Bürkle bis dahin wieder etwas beruhigter schlafen.

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