Angelique Kerber zeigt mit dem Finaleinzug in Monterrey wieder ansteigende Form. Foto: Getty

Vor dem Relegationsspiel im Tennis-Fedcup in Stuttgart gegen die Ukraine fehlt Andrea Petkovic erstmals seit 2013 im deutschen Aufgebot. „Wir wollen ums Verrecken gewinnen“, sagt die Bundestrainer Barbara Rittner dennoch.

Stuttgart - Die Hochphase der First Lady des deutschen Tennis kommt nach Ansicht von Barbara Rittner gerade zur rechten Zeit. „Die Angie ist klar im Aufwind. Ich glaube, dass sie bei uns die tragende Rolle spielen wird und muss. Wir wollen ums Verrecken gewinnen“, sagt die Bundestrainerin im Hinblick auf die große Nagelprobe in Stuttgart am 22. und 23. April mit dem Relegations-Spiel im Fedcup gegen die Ukraine.

Tatsächlich ist ihre Nummer eins Angelique Kerber, die am Sonntagabend in Stuttgart erwartet wird, nach einer kleinen Talsohle wieder gut drauf: Vergangenes Wochenende verlor die 29-Jährige beim WTA-Turnier im mexikanischen Monterrey erst im Finale.

„Für den Deutschen Tennis-Bund und seine Partner ist es wichtig, dass unsere Fedcup-Mannschaft erstklassig bleibt“, sagt der DTB-Präsident Ulrich Klaus und übt damit vor dem Kampf gegen den Sturz in die Zweitklassigkeit sanften Druck aus. Gegen die Ukraine um Elina Switolina (WTA-Rang 13) setzt Teamchefin Rittner neben ihrer Vorzeigespielerin Kerber auf die Lokalmatadorin Laura Siegemund sowie auf Julia Görges und Carina Witthöft.

Stuttgart bietet sich als Austragungsort an

Weil die Deutschen ihr Erstrundenmatch ohne Kerber im Februar auf Hawaii gegen die USA verloren hatten, müssen sie jetzt in die Relegation. „Dazu kommen wir gerne nach Stuttgart“, sagt Ulrich Klaus, „denn hier steht ja das Wohnzimmer des deutschen Damentennis.“ Natürlich hat die Wahl des Austragungsortes aber auch organisatorische Gründe. Schließlich öffnet unmittelbar nach dem Fedcup das Hauptfeld des Porsche Tennis Grand Prix (24. bis 30. April) seine Pforten – ein Sandplatz steht also parat.

Nicht dabei ist erstmals seit 2013 Andrea Petkovic, die in den USA den Platz von Kerber einnahm. „Ohne Selbstvertrauen kann sie ihrer Rolle im Team nicht gerecht werden“, sagt Rittner über die auf WTA-Position 74 abgestürzte „Petko“, die nun für das Turnier in Istanbul gemeldet hat. „Andrea muss jetzt erst einmal sehen, dass sie ihre Blockade gelöst bekommt, daher wollen wir sie hier aus allem raushalten“, ergänzt Rittner, die ohne Petkovic auf ihre Stimmungskanone verzichten muss. „Auch für ihre Freundin Angie ist das eine neue Situation“, sagt Rittner: „Wir vermissen Andrea.“

Während sich die Bundestrainerin gegen Petkovic ausgesprochen hat, will sie eine andere Entscheidung dagegen nicht treffen, „weil ich sie nicht treffen kann“. Dabei geht es um die Frage, welche deutsche Spielerin – Siegemund oder Görges? – neben Maria Scharapowa die zweite Wildcard für den Tennis Grand Prix erhält. Hierbei kommt es nun auf die Entscheidung von Anke Huber, der Sportlichen Leiterin des Turniers, an.

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