Der Tennis-Zweitligist TC Blau-Weiß Vaihingen/Rohr holt Marie Vogt und Michaela Bayerlova aus Bernhausen und will Heidelberg mit Laura Siegemund ärgern.
Bei den Tennisspielerinnen des TC Blau-Weiß Vaihingen/Rohr ist die bislang einzige Saison der Vereinsgeschichte im nationalen Oberhaus noch in frischer Erinnerung: Im Sommer 2022 tummelte sich das Filderteam in der ersten Bundesliga im Kreis von Vereinen mit absoluten Weltklassespielerinnen, sammelte sogar zwei Siege und stieg am Ende, trotz Punktgleichheit mit gleich drei Konkurrenten, sehr unglücklich wieder ab. Gegen eine Wiederholung des Meistercoups von 2021 in der am Sonntag (11 Uhr) mit dem Auswärtsspiel in Ludwigshafen beginnenden Zweitligasaison hätte am Schwarzbach niemand etwas: „Wenn ich meine Spielerinnen frage, dann wollen die natürlich alle Spiele gewinnen und wieder ganz nach oben gehen“, sagt der Cheftrainer Michael Seibold.
Konstanz im Kader
Das Problem ist freilich, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit in den kommenden fünf Wochen sieben Gegner stehen, von denen das Team von der Heßbrühlstraße nicht der Topfavorit ist. In dieser Hinsicht hat Seibold, der seinerseits mit der Wiederholung von Platz drei aus der vergangenen Saison zufrieden wäre, den Heidelberger TV auf der Rechnung. Die Badenerinnen haben neben der Ex-Bernhausenerin Mariella Thamm und Valentina Steiner (bisher: TEC Waldau) auch die gebürtige Filderstädterin, zweimalige Olympiastarterin und ehemalige Nummer 27 der Weltrangliste, Laura Siegemund (37) auf der Meldeliste. „Wir haben nicht den Druck der Favoritenrolle, aber wir haben eine sehr gute Mannschaft, die eine ordentliche Rolle spielen kann, wenn wir keine Verletzten haben“, sagt Seibold. Der Stamm des Aufgebots (Miriam Bulgaru, Georgia Craciun, Yvonne Cavalle-Reimers, Emily Seibold, Kathrin Wörle-Scheller) spielt nun schon seit mehreren Jahren in unveränderter Formation zusammen. Nun sind in Marie Vogt und Michaela Bayerlova auch noch zwei höchst interessante Neuzugänge vom amtierenden Meister und Nachbarn TC Bernhausen dazu gekommen, der seine Mannschaft nach dem Erstliga-Aufstieg aufgrund interner Unstimmigkeiten in die Oberliga zurückgezogen hat. „Wir waren mit beiden schon in Kontakt, bevor sie nach Bernhausen gegangen sind. Das sind zwei tolle Verstärkungen für uns“, sagt Seibold.
Die einzige Unwägbarkeit, die in den kommenden fünf Wochen auf den seit 15 Jahren im Amt befindlichen Chefcoach wartet, ist die Tatsache, dass ein Großteil seiner Spielerinnen in den nächsten Wochen Weltranglistenturniere bestreiten wird. „Wenn die dort dann die Finalspiele erreichen, stehen sie uns am Wochenende nicht zur Verfügung. Aber dafür ist unser Kader groß und flexibel genug, dass wir das auffangen können, wenn es sich nicht um mehrere Spielerinnen gleichzeitig handelt“, sagt Seibold.