Standort A 8,Flughafen: Wer hat die beiden Blitzkästen entdeckt? Foto: Peter Petsch

Geplant waren fünf Standorte, jetzt werden es vier: Neue Tempomessanlagen sollen an der A 8 die Raser ausbremsen und Unfälle verhindern. Die Blitzer machen die 21 Millionen teure Verkehrssteuerung komplett.

Stuttgart - Die ersten schuldbewussten Autofahrer bremsen schon. Aber noch sind die neuen Blitzkästen an der Autobahn 8 entlang der Strecke zwischen Flughafen und Leonberg nicht scharf. Bauarbeiter sind noch damit beschäftigt, die Messschleifen im Fahrbahnbelag anzulegen. „Die Anlagen dürften wohl Mitte bis Ende Mai in Betrieb gehen“, sagt Peter Zaar, Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Die neuen Blitzer gehören zum Großprojekt der elektronischen Verkehrsbeeinflussungsanlage, die für 21 Millionen Euro zwischen Leonberg und Wendlingen errichtet wurde und seit Herbst 2012 den Autofahrern mit flexiblen Tempolimits heimleuchtet. Eigentlich sollten die Starenkästen bereits im April die ersten Sünder blitzen – die lange Frostperiode gibt den Rasern allerdings noch eine Schonfrist.

Dabei stehen die Masten an ganz anderer Stelle als noch zu Beginn des Jahres vorgesehen. „Das hat rein technische Gründe“, sagt Rüdiger Felber vom Innenministerium, „etwa Probleme mit den Leitungen oder andere Baumaßnahmen, denen man in die Quere gekommen wäre.“ Da aber die gesamte Strecke ein Unfallschwerpunkt als Unfallschwerpunkt gilt. sei der Aufstellungsort nicht so entscheidend.

Stelle Richtung Karlsruhe immer wieder Schauplatz von Auffahrunfällen

Aus den ursprünglich fünf geplanten Standorten sind nur noch vier übrig geblieben. Eine Blitzanlage, die nahe der Rastanlage Denkendorf für Autofahrer Richtung Karlsruhe vorgesehen war, wurde ersatzlos gestrichen. Dafür blitzt es nicht erst vor der Anschlussstelle Degerloch beim Echterdinger Ei, sondern bereits zwischen den Anschlussstellen Plieningen und Messe – etwa einen Kilometer vor dem Messeparkhaus.

Die Stelle ist Richtung Karlsruhe immer wieder Schauplatz von Auffahrunfällen. So krachte es am Dienstag um 19.40 Uhr, als ein unbekannter Autofahrer unvermittelt auf die linke Spur zog – und dort einen 45-jährigen BMW-Fahrer in die Bredouille brachte. Der wich aus, rammte die Mittelleitplanke, blieb mit 10 000 Euro Schaden liegen. Der Verursacher, mutmaßlich mit einem Mietwagen mit Hamburger Kennzeichen unterwegs, fuhr einfach weiter. Immerhin wurde niemand verletzt. 2006 gab es hier drei lebensgefährlich Verletzte, eine Mutter und zwei Kinder, als ein Autofahrer in eine Unfallstelle raste.

Der zweite der vier neuen Blitzer nimmt die Autofahrer einen Kilometer vor der Ausfahrt Möhringen Richtung München ins Visier. Die rauschen vom Autobahnkreuz Stuttgart kommend von der Rohrer Höhe talwärts – und auch dabei gibt es oft Auffahrunfälle. Zuletzt am Dienstag um 17 Uhr, als ein 31-jähriger Mercedes-Fahrer auf der linken Spur nicht aufpasste und auf einen 26-jährigen VW-Fahrer krachte. Die Folgen waren 25 000 Euro Schaden – und ein acht Kilometer langer Stau.

Blitzer kennen das jeweils geltende Tempolimit

Blitzer drei steht am Autobahndreieck Leonberg Richtung München. Blitzer vier, der zwischen dem Kreuz Stuttgart und dem Dreieck Leonberg vorgesehen ist, wird noch auf sich warten lassen: „Die Anlage dürfte erst im Herbst in Betrieb gehen“, sagt Regierungspräsidiumssprecher Zaar, „weil dort noch eine Brücke saniert wird.“ Gemeint ist die Überführung der K 1008 zwischen Stuttgart-Büsnau und Leonberg-Warmbronn.

Die Blitzanlagen sollen mit den flexiblen Geschwindigkeitsanzeigen gekoppelt sein – und das jeweils geltende Tempolimit kennen. Ob das technisch immer klappt und ob Verstöße in der Praxis stets rechtlich wasserdicht nachgewiesen werden können – darauf warten Verkehrsexperten mit Spannung.

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