Die meisten Kinder wurden 2019 innerorts bei Unfällen verletzt. (Symbolbild) Foto: dpa/Patrick Pleul

Die Grünen haben im Bundestag eine Anfrage zu Verkehrsunfällen mit Kindern gestellt. Demnach wurden drei Viertel aller Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren auf Straßen verletzt, auf denen ein Tempolimit von mehr als 30 km/h gilt.

Berlin - Die meisten Verkehrsunfälle mit Kindern ereignen sich auf Straßen mit einem Tempolimit von mehr als 30 Kilometern pro Stunde. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zunächst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag) darüber berichtet.

Demnach wurden zwischen 2011 und 2019 mehr als drei Viertel der Kinder, die bei Verkehrsunfällen verunglückten, auf Straßen verletzt, auf denen ein Tempolimit von mehr als 30 Kilometern pro Stunde (km/h) zugelassen war. Wie viele Straßen es in Deutschland derzeit gibt, in denen Autofahrer exakt 30 Kilometer pro Stunde oder nur langsamer fahren dürfen, ist schwer zu ermitteln: Das werde nicht zentral erfasst, heißt es auf Anfrage aus dem Bundesverkehrsministerium und dem Statistischen Bundesamt.

Unfälle mit Kindern meist innerorts

Der Antwort auf die Grünen-Anfrage zufolge ereignen sich die meisten Unfälle mit Verunglückten zwischen 0 und 14 Jahren innerorts - rund 80 Prozent der Unfälle im Jahr 2019. Die restlichen Verkehrsunfälle mit verletzten oder getöteten Kindern entfielen 2019 auf Landstraßen (3648 Unfälle) und Autobahnen (1122).

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit verunglückten Kindern innerorts ging in den vergangenen Jahren leicht zurück - von 22 566 im Jahr 2011 auf 19 972 Unfälle im Jahr 2019. Zu den meisten dieser Unfälle - knapp 78,5 Prozent - kam es im Jahr 2019 auf Straßen, in denen die Geschwindigkeitsbegrenzung mehr als 30 km/h betrug.

Durchschnittlich 18.000 Jugendliche verunglückten pro Jahr

Im Schnitt verunglückten seit 2015 jährlich rund 28 000 Kinder und etwa 18 000 Jugendliche im Straßenverkehr. Meist waren die Unfälle den Angaben zufolge auf Fehler eines Fahrzeugführers zurückzuführen, vor allem auf zu schnelles Fahren und das Missachten von Straßenverkehrsregeln wie Vorfahrt oder Abstand.

Die Grünen-Verkehrspolitikerin Daniela Wagner kritisierte, dass sich die Zahl der verunglückten Kinder in den vergangenen zehn Jahren kaum geändert habe. „Die Zahlen belegen die schrecklichen Folgen des fehlenden Handelns“, sagte Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Um die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr generell zu senken, müsse die die Regelgeschwindigkeit innerorts auf 30 km/h gesenkt werden, forderte Wagner.

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