Auf der Autobahn wird künftig auch nachts wieder die Höchstgeschwindigkeit limitiert. Foto: Leif Piechowski

Auf der Autobahn kann es noch leiser werden. Auf der A 8 gilt im Bereich der Filder wieder Tempo 120. Raser müssen mit Blitzanlagen rechnen.

Leinfelden-Echterdingen - Die positivste Nachricht des Abends hat Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei der Diskussionsveranstaltung „Lärm in L.-E.“ am Donnerstag in der Filderhalle verkündet: „Ab sofort gilt auf der A 8 wieder Tempo 120 auf den Fildern.“ Aus Sicherheitsgründen werde diese Höchstgeschwindigkeit erneut eingeführt. Auf einen konkreten Zeitpunkt, von wann an das Limit gilt, ließ sich der Chef der für Bundesstraßen zuständigen Behörde auf Nachfragen von Moderator Wolfgang Molitor, stellvertretender Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten, nicht festnageln: Am Nachmittag erst habe das Verkehrsministerium in Stuttgart ihm die Entscheidung übermittelt, sagte Schmalzl. Nun müsse die Begrenzung in die Steuerung der elektronischen Streckenbeeinflussungsanlage einprogrammiert werden. Das könne voraussichtlich „noch vor Ostern“ umgesetzt werden.

Vor der im vergangenen Jahr durchgeführten Fahrbahnsanierung lag das Limit bereits bei 120 Kilometer pro Stunde. Nach dem 15,5 Millionen Euro teuren Umbau und der Installation des elektronischen Lotsen blieben die Anzeigetafeln vor allem nachts schwarz – was für Autofahrer freie Fahrt bedeutete. Die wird nun aus Sicherheitsgründen wieder kassiert. Außerdem, kündigte der Regierungspräsident zur Freude von Anwohnern an, werde die Einhaltung des Tempolimits in Zukunft mithilfe stationärer Anlagen überwacht.

Lärm wird halbiert

Der neue sogenannte Splittmastix-Fahrbahnbelag, sagte Schmalzl, habe die Lärmbelastung rechnerisch um vier Dezibel reduziert. Der für die Stadt Leinfelden-Echterdingen tätige Lärmexperte Michael Koch ordnete diese Zahl ein: „Vier Dezibel weniger, das hört man. In der Regel spricht man dann von einer Halbierung des Lärms.“ Oberbürgermeister Roland Klenk kommentierte Schmalzls Ankündigung erfreut: „Ich freue mich nicht nur über den neuen Fahrbahnbelag, sondern auch über Tempo 120 und hoffe, dass dies insgesamt zu einer deutlichen Verbesserung für unsere Bürger führt.“

Bei den Versuchen, Straßenlärm zu reduzieren, stoße die Stadt, so Klenk, jedoch immer wieder an Grenzen: „Bei der Umsetzung unseres Lärmaktionsplans gibt es Zielkonflikte, die wir nicht allein lösen können. Etwa 8000 Bürger von L.-E. seien ständig Lärm zwischen 55 und 75 Dezibel ausgesetzt. Klenk sieht auch beim Flughafen das Potenzial noch nicht erschöpft. Uwe Gösmann, Leiter der Stabsstelle Umwelt am Flughafen, verwies auf die Anstrengungen des Betreibers. Gegenüber den 80er-Jahren sei es gelungen, im unmittelbaren Umfeld die Geräuschkulisse um 20 Dezibel zu senken. An- und Abflugwege spielten bei der Veranstaltung keine Rolle.

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