Mit der Laserpistole ist die Polizei den Rasern auf der Spur. Foto: dpa

Wenn die Polizei die Laserpistole zückt, dann wird auf die Schnellfahrer in Stuttgart gezielt. Eigentlich haben die Sünder einen hohen Toleranzwert – doch das ist manchen auch noch zu langsam.

Stuttgart - Die Laserpistole schießt scharf – aber nicht mit Patronen. Autofahrer brauchen dabei eigentlich keine Angst zu haben: Laut Polizei werden alle Messwerte ignoriert, die unterhalb eines Fahrverbots liegen. Wer als mit 20 Kilometer pro Stunde zu schnell ist, hat noch Glück gehabt. Und wer ist in der Stadt schon mit mehr als 21 km/h zu schnell unterwegs?

„Wenn wir jeden Fahrer mit Geschwindigkeitsverstoß rauswinken würden, hätten wir schnell ein Chaos“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann. Deshalb beschränkten sich die Beamten der Verkehrspolizei auch auf die Schwelle von 21 km/h plus, als sie am Dienstagmorgen den Verkehr in der Benzstraße in Bad Cannstatt unter die Lupe nahm. Die Aktion galt den Autofahrern, die zwischen 7.30 und 9.30 Uhr aus Untertürkheim stadteinwärts unterwegs waren.

Fünf müssen laufen oder Fahrrad fahren

Wer bei erlaubten Tempo 50 mit über 71 „Sachen“ unterwegs ist, kann wohl kaum behaupten, den Tacho mal kurz aus den Augen gelassen zu haben. Immerhin 22 Temposünder gingen trotz großzügiger Laserpistoleneinstellung ins Netz. 21 km/h. Sie alle müssen mit Anzeigen, empfindlichen Geldbußen und Punkten in Flensburg rechnen, darüber hinaus wartet auf fünf Raser ein Fahrverbot.

Der Schnellste hatte sich offenbar eher auf der Autobahn gewähnt. Er war fast doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs. „Nach Abzug aller Toleranzen blieben hier noch 95 Kilometer pro Stunde übrig“, sagt Polizeisprecherin Ackermann. Das bedeutet konkret: Ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 160 Euro Bußgeld.