Düstere Wolken über der Telekom – viele angebotene Dienste fallen aus. Foto: dpa

Ohne die Telekommunikation ist das moderne Leben vielleicht nicht unmöglich, aber doch sehr eingeschränkt. Aus diesem Grund verdient die Sicherheit in diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit, kommentiert Christian Gottschalk. Das gilt erst recht, wenn alles wieder funktioniert.

Stuttgart - Seit Sonntag gucken die Kunden der Telekom in die Röhre. Wieder einmal. Die bundesweite Störung bei Fernsehen, Telefon und Internet ist nicht die erste ihrer Art. Und es ist so etwas wie eine traurige Gewissheit: es wird auch nicht die letzte bleiben. Auch wenn es zum deutschen Volkssport gehört, über das Alphatier der Kommunikationsanbieter Spott und Hohn auszukippen – es ist kein exklusives Telekom-Problem, das sich da auftut. Die Kundschaft der Konkurrenz kennt verstopfte Datenleitungen und deren Auswirkungen ebenso, nur die öffentliche Aufwallung ist dann meist geringer.

Im Extremfall lebensbedrohlich

Es ist ärgerlich, wenn ein beliebter Sangeswettstreit oder der Sonntagabend-Krimi nicht über den Bildschirm ins Wohnzimmer flimmern, es kann gewaltige Auswirkungen haben, wenn wichtige Nachrichten nicht elektronisch transportiert werden. Nicht funktionierende Telefone können im Extremfall Menschenleben kosten. Ohne die moderne Telekommunikation ist das Leben vielleicht nicht unmöglich, aber doch sehr eingeschränkt – weswegen die Sicherheit in diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Zuerst war man bei der Telekom von einer technischen Fehlfunktion ausgegangen, doch seit Montagmittag spricht man von einem möglichen Hackerangriff. Wahrscheinlich war es weder der russische Geheimdienst noch die NSA, die dafür verantwortlich zeichnen, dass nichts mehr geht im Telekom-Land. Es gibt jedoch auch jede Menge anderer Hacker, die sich mit Energie und Engagement daran machen, größtmöglichen Schaden zu verursachen.

Manche dieser Hacker haben einen kriminellen Hintergrund, andere wollen warnen – vor fremden Mächten zum Beispiel, die das Kommunikationssystem schon lange als einen Pfeiler ausgemacht haben, dessen Fall im Ernstfall ein ganzes Gesellschaftsgebilde ins Wanken bringen könnte. Das gilt es im Auge zu behalten – auch dann, wenn alle Leitungen wieder funktionieren.

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