Eine unbekannte Nummer zurückzurufen kann richtig teuer werden. Foto: dpa

Betrüger versuchen, einen Rückruf zu provozieren. Was hinter den sogenannten Ping-Calls steckt und wie sich Verbraucher schützen können.

Stuttgart - Das Handy klingelt nur kurz. Ein Anruf in Abwesenheit aus dem Ausland erscheint auf dem Display. Wer nun unüberlegt zurückruft, kann schnell in eine Kostenfalle tappen. Ping-Calls nennt man die Betrugsmasche, vor der gerade in den Medien gewarnt wird. Neu ist sie allerdings nicht. „Rufnummernmissbrauch ist ein beständiges Problem“, erklärt Michael Reifenberg von der Bundesnetzagentur. Fast 71.000 Beschwerden sind deswegen im vergangenen Jahr dort eingegangen. 2015 waren es sogar mehr als 72.000.

Wer zurückruft, ist selbst schuld

„Die Überlegung, ob man eine Nummer zurückruft, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren“, sagt Reifenberg. Diese neue Spontanität kann für den Verbraucher zum Problem werden. „Wenn sie selbst angerufen haben, dann sind sie selbst Schuld. Sie zahlen das, was in Ihrem Vertrag steht.“ Egal ob Auslandskosten oder Hotline-Gebühren.

Bundesnetzagentur geht gegen Fake-Anrufe vor

In wenigen Fällen lässt sich die teure Handyrechnung aber anfechten. Und zwar dann, wenn die Bundesnetzagentur eine Maßnahme gegen die betroffene Rufnummer vorgenommen hat. Deutsche Rufnummern schaltet sie ab. Bei Nummern aus dem Ausland verhängt sie ein „Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung“. Sprich: Diese Nummer darf keine Kosten mehr verursachen. Taucht sie im angegebenen Zeitraum auf der Handyrechnung auf, muss man die Gebühren nicht bezahlen. „Sie müssen für den Telefonanbieter aber erkennbar machen, warum sie den Betrag nicht bezahlen“, sagt Michael Reifenberg. Veröffentlicht werden alle Nummern in einer Maßnahmenliste auf der Homepage der Bundesnetzagentur. Allein im September wurde gegen 80 ausländische Nummern eine solche Kostensperre verhängt.

Im Zweifel die Nummer im Internet suchen

Reifenberg rät, sich genau zu überlegen, ob man die Nummer zurückrufen will oder nicht. „Viele Nullen sollten einen skeptisch machen. Man sollte auch überlegen, ob man jemandem im Ausland kennt, der angerufen haben könnte.“ Das rät auch die Polizei. Wer unsicher sei, könne die Nummer einfach im Internet suchen. „Hier findet man oft Hinweise, ob es sich dabei um solch einen Betrugsversuch handelt.“ Kommen solche Anrufe häufiger vor, kann man bei der Bundesnetzagentur beschwerde einreichen.

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