Hohe Preise, knapper Wohnraum: Die Lage auf dem Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Ein aktueller Bericht der KSK verrät, wo die Mieten am höchsten und am niedrigsten sind.
In Deutschland – und die Region Stuttgart bildet da keine Ausnahme – leben außergewöhnlich viele Menschen zur Miete. „Wir haben nur knapp 50 Prozent Eigentumsquote“, sagt Marcel El-Hourani, der das Immobiliencenter der Kreissparkasse Waiblingen leitet. Denn auch das Wohnen zur Miete habe gewisse Vorteile: „Dabei trägt man weniger Risiko – und man ist deutlich flexibler. Wenn man merkt, dass die Immobilie nicht mehr zur Lebenssituation passt, etwa wegen eines Jobwechsels, ist man nach drei Monaten draußen.“
Doch je nach Stadt und Gemeinde gibt es beträchtliche Unterschiede bei den Mieten. Dies wird aus dem Wohnmarktbericht deutlich, den die Kreissparkasse (KSK) Waiblingen jüngst veröffentlicht hat. Dafür hat sie ein Institut beauftragt, die Preise sämtlicher Immobilien-Annoncen des vergangenen Jahres zu analysieren. Das Ergebnis hat knapp 100 Seiten und verrät sowohl Wohnungssuchenden als auch -besitzern eine Menge.
Dabei zeigt sich: Die Kaufpreise bei Immobilien sind seit dem Allzeithoch von 2022 zwar wieder zurückgegangen, in der Höhe der Mieten spiegelt sich dies allerdings nicht wirklich wider. „In den letzten Jahren hatten wir einen kontinuierlichen Anstieg der Mieten. Derzeit ist er allerdings nicht mehr sehr stark“, erklärt Marcel El-Hourani, der das Immobiliencenter der KSK Waiblingen leitet. Die Nachfrage nach Wohnungen sei noch immer sehr hoch: „Es gibt noch immer zu wenige Wohnungen – und ein Dach über dem Kopf ist nun einmal ein Grundbedürfnis.“
Mieten im Rems-Murr-Kreis: Wo sind sie am teuersten?
Unterm Strich lässt sich sagen, dass Städte und Gemeinden, in denen die Kaufpreise für Immobilien besonders hoch sind, auch für Mieter ein teures Pflaster darstellen. So zahlt man in Fellbach, der Stadt mit den höchsten Kaltmieten im ganzen Kreis, im Durchschnitt 13,75 Euro Miete pro Quadratmeter. Auch in Kernen liegt der durchschnittliche Mietpreis bei über 13 Euro.
Im Mittelfeld (etwa 11 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter) finden sich Städte und Gemeinden wie Winnenden, Weissach im Tal und Plüderhausen. „Mieten sind vor allem dort hoch, wo beispielsweise eine gute Anbindung an Bundesstraßen und öffentliche Verkehrsmittel, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten existiert“, sagt El-Hourani.
In diesen Orten im Rems-Murr-Kreis gibt es noch günstige Mieten
Wer bei diesen Dingen Kompromisse eingehen kann, findet durchaus noch Schnäppchen. In Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf, den Gemeinden mit den derzeit niedrigsten Wohnungsmieten im Rems-Murr-Kreis, beträgt die Durchschnittsmiete 9,60 Euro. Das macht am Monatsende einiges aus: Bei einer beispielhaften Wohnungsgröße von 90 Quadratmetern bleiben Mietern in Welzheim am Monatsende gut 370 Euro mehr zum Leben als jenen in Fellbach. Allerdings rät El-Hourani Mietern, genauer hinzuschauen: „Je nach energetischem Zustand und Baujahr einer Mietwohnung unterscheiden sich die Nebenkosten teils erheblich.“
Angesichts der langsam, aber immer noch stetig steigenden Mieten liebäugeln viele Menschen dann doch mit dem Wohnen in den eigenen vier Wänden. Doch wie viel Wohnraum kann sich ein Durchschnittsverdiener überhaupt leisten? Auch hier gibt es lokale Unterschiede. Um das zu verdeutlichen, vergleicht der Wohnmarktbericht der KSK auch die erschwinglichen Wohnflächen in den einzelnen Orten. Dieser zeigt auf, wie viel Quadratmeter Wohnfläche sich ein Haushalt mit durchschnittlichem Einkommen im jeweiligen Ort leisten kann.
Ganz oben stehen dabei wieder Gemeinden im Schwäbischen Wald: In Sulzbach und Umgebung sind ganze 155 Quadratmeter Wohneigentum für Durchschnittsverdiener möglich. In Fellbach sind es dagegen nur 103 Quadratmeter. Im Mittelfeld mit rund 130 Quadratmetern befinden sich beispielsweise Aspach, Murrhardt und Korb – letzteres scheint zunächst kurios, da die Gemeinde im Remstal bei den Kaufpreisen von Häusern eigentlich mit Abstand oben auf der Liste steht.
Das könnte mehrere Gründe haben: Erstens gibt es in Korb mehrere überdurchschnittlich teure Immobilien, die den durchschnittlichen Kaufpreis nach oben treiben. Und zweitens wird für die Berechnung laut der KSK der ortsübliche Durchschnittsverdienst herangezogen – und die Korber verdienen offenbar auch recht gut.
Apropos Eigentum: Eine eigene Immobilie zu vermieten lohne sich nach wie vor, betont Marcel El-Hourani. „Nicht nur, weil wir dringend Wohnraum benötigen, sondern es ist auch weiterhin eine lukrative Geldanlage.“ Auch die Mietrenditen werden im Wohnmarkt verglichen, im Kreis liegen sie meist bei 3,5 bis 4,5 Prozent – genauere Informationen gibt es im Internet unter www.meinekskwn.de.