Als Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendarbeit in Ostfildern hat Karen Sämann gerade jene im Blick, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Junge Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, will Karen Sämann besser integrieren. Da hat sie gerade queere Jugendliche im Blick. „Es geht darum, ihnen eine Stimme zu geben“, sagt die Sozialpädagogin – wie allen anderen auch. Seit einem Jahr ist sie für die Kiju der Stadt Ostfildern zuständig, deren Träger der Kreisjugendring Esslingen ist. „Mit dem Modell holen wir viele Kinder und Jugendliche ab“, lobt Sämann das Konzept, das auf die Große Kreisstadt zugeschnitten ist.
Mit einer breit gefächerten Kinder- und Jugendarbeit hat Karen Sämann bereits an ihrer früheren beruflichen Position als Jugendreferentin der Stadt Remseck Erfahrungen gemacht. Das breite Spektrum von der Schulsozialarbeit in den Stadtteilen über die Kinderaktivwerkstatt im Scharnhauser Park bis hin zur Partnerschaft für Demokratie und einem Programm für straffällig gewordene Jugendliche findet sie spannend.
Kindern die Bedeutung der Demokratie vermitteln
Gerade in Zeiten, da Rechtsextremismus gerade bei jungen Leuten zunehmend erstarkt, findet es die Sozialpädagogin besonders wichtig, „schon Kindern und jungen Menschen die Bedeutung der Demokratie zu vermitteln.“ Deshalb findet sie es so wichtig, über die Partnerschaft für Demokratie Kinder und Jugendliche zu motivieren, sich aktiv ins gesellschaftliche Leben einzubringen. „Da setzen wir schon bei den Kleinsten an“, sagt Sämann mit Blick auf die Kinderdemokratiekonferenz, die im März stattfand.
Wie gelingt es der Kiju in Ostfildern, möglichst viele Kinder und Jugendliche in Ostfildern zu erreichen? „Wir sprechen in unseren Einrichtungen unterschiedliche Zielgruppen an“, sagt Karen Sämann. Das L-Quadrat im Scharnhauser Park richtet sich speziell an jüngere Jugendliche – auf dem angrenzenden Trendsportfeld haben die Kids die Chance, auch selbst sportlich aktiv zu werden. Ebenfalls im jüngsten Stadtteil führt Margit Schranner die Kleinen in der Kinderaktivwerkstatt beim Fliegerspielplatz an das kreative Schaffen heran.
Die jungen Leute mit Angeboten begleiten
Das Zentrum Zinsholz in Ruit ist nicht nur ein Kulturzentrum für Jugendliche. Da treffen sich unterschiedliche Gruppen, die vielfach selbst organisiert sind. Dort hat Karen Sämann auch ihre Verwaltungsräume. Wichtig findet es die Standortleiterin, „für die Kinder und Jugendlichen da zu sein, wenn sie Probleme haben.“ Diese Kinder- und Jugendarbeit „auf Augenhöhe“ bringt sie ihrem Team nahe.
Ein wichtiges Standbein der Kiju Ostfildern ist, wie in vielen anderen Kommunen, die Schulsozialarbeit. Grundschulen und weiterführende Schulen sind da in Ostfildern gut ausgestattet. „Im Schulalltag erreichen wir die Kinder und Jugendlichen direkt“, ist Sämann überzeugt. So sei man in allen Stadtteilen präsent. Darin sieht die Sozialpädagogin die große Herausforderung in Ostfildern, „dass wir die jungen Leute in allen Stadtteilen mit unseren Angeboten abholen und begleiten.“
Dass die Kommunalpolitik die Kinder- und Jugendarbeit in Ostfildern trotz schwieriger Finanzlage unterstützt, bedeutet Sämann viel. Außerdem lobt sie die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Vertreter und Vertreterinnen der Jugendbeteiligungen sitzen auch im Gemeinderat, um die Position der jungen Menschen einzubringen.