Besucher des Teehauses werden auf Dixie-Toiletten verwiesen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Besucher des Teehauses im Weißenburgpark müssen auf Chemietoiletten ausweichen, weil die Stadt eine defekte Abwasserleitung nicht repariert. Warum diese Behäbigkeit bei der Stadt?, fragt Lokalchef Jan Sellner.

Stuttgart - Das Teehaus im Weißenburgpark ist einer der schönsten Orte der Stadt. Den Blick von der angrenzenden Aussichtsplattform, dort, wo bis ins 13. Jahrhundert die namensgebende Weißenburg stand, darf man zu Recht als atemberaubend bezeichnen. Das Teehaus selbst, 1913 von dem Seifenfabrikanten Ernst von Sieglin erbaut, ist ein Jugendstil-Juwel. Besucher können den Eindruck haben, hier sei die Zeit ­stehen geblieben.

So denkt man offenbar auch bei der Stadt. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Sanitäranlagen des Teehauses, das heute im städtischen Besitz ist, seit Wochen wegen einer defekten Abwasserleitung außer Betrieb sind und Besucher der Gastronomie auf Dixie-Toiletten verwiesen werden? Es gibt drängendere Probleme, gewiss. Die Behäbigkeit aber, mit der die Verantwortlichen sich des Themas annehmen, verärgert Teehaus-Besucher. Zu Recht.

Ein Bronzekopf wurde ein Jahr lang nicht wieder angebracht

Die gleiche Wurstigkeit war übrigens bereits beim Umgang mit der Büste des Stuttgarter Malers Reinhold Nägele festzustellen. Mehr als ein Jahr hat es gedauert, bis der von Unbekannten abgerissene Bronzekopf wieder mit zwei Schrauben an seinem angestammten Platz neben der Aussichtsplattform befestigt wurde.

Stadt Stuttgart, was ist los? Es ist ein Teehaus, ja. Das heißt aber nicht, dass man bei Reparaturen nach dem Motto verfahren sollte: Abwarten und Tee trinken.

jan.sellner@stzn.de

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