Präsidentin Lackner steckt Schultheiß das Ehrenzeichen an. Foto: Simon Granville

In festlichem Rahmen werden Matthias Schultheiß und Simon Salin als Ortsbeauftragter des THW beziehungsweise Stellvertreter verabschiedet.

Was erzählt man, wenn man als Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerkes Leonberg nach drei Amtszeiten den Stab in andere Hände gibt und gefragt wird, was in den letzten 15 Jahren so los war? „Da könnte ich ein Buch drüber schreiben, für heute Abend wären das zu viele Geschichten“, sagte Matthias Schultheiß bei seiner feierlichen Verabschiedung von dieser Position an der Spitze des Ortsverbandes am Freitagabend in der Leonberger Steinturnhalle. Eingeladen zu dieser Veranstaltung, bei der auch Schultheiß‘ Stellvertreter Simon Salin verabschiedet wurde, waren Vertreter – ja, zumeist männlich – aus der Wirtschaft, Politik, anderen THW-Ortsverbänden, sowie Vertreter aller Blaulichtorganisationen.

 

Einige Punkte griff Matthias Schultheiß dann doch auf. Bei der kürzlichen Weihnachtsfeier der THW-Jugend sei ihm eine Begegnung in Erinnerung geblieben, als ein 13-Jähriger gedankenversunken die Jahresberichte durchblätterte und dann folgende Frage an Schultheiß stellte: „Wie kann man über 40 Jahre im THW sein?“ Für den langjährigen Ortsverbands-Chef, der seit 1983 beim THW aktiv ist und schnell Führungsaufgaben übernahm, sind es die Faszination von Technik und Abenteuer. „Und vor allem die Motivation, anderen Menschen helfen zu wollen, die in Not geraten sind.“ Die Kameradschaft im Team hob er besonders hervor. „Der Ortsverband ist eine große Familie.“

Die positive und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landratsamt, der Feuerwehr, Polizei und mit dem Deutschen Roten Kreuz würden ihm in bester Erinnerung bleiben. „Daraus sind auch viele Freundschaften entstanden“, sagte der 53-Jährige, für den es Zeit war, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Stolz sei er auf die Jugendmannschaften des THW-Ortsverbandes, die gleich zweimal den Bundesjugendwettkampf gewonnen haben. „Und auch wenn wir mal nicht gewonnen haben – gefeiert haben wir immer wie Sieger“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln.

Eine lange „Ehe“ geht zu Ende

Bei der Verabschiedung in der Steinturnhalle (Schultheiß: „Das Wort mag ich gar nicht, ich bleibe ja noch beim THW“) gab es zahlreiche Reden und Danksagungen. Die von Leonbergs Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, von Landrat Roland Bernhard oder von einigen Kameraden aus der Ortsgruppe. Auch Dietmar Löffler, der THW-Landesbeauftragte für Baden Württemberg, richtete dankende Worte an Matthias Schultheiß und Simon Salin, in deren Fußstapfen Daniel Lok und Immanuel Munzinger treten. Salin ließ es sich nicht nehmen, humoristisch auf die lange „Ehe“, wie er die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit „Matze“ nannte, zurückzublicken – und hatte als „Feel-good-Manager“, wie er sich bezeichnete, die Lacher natürlich auf seiner Seite.

Mit viel Power und Charme, ohne es zu versäumen, auch die ernsthaften Themen – wie die Notwendigkeit, die innere und äußere Sicherheit im Land zu stärken sowie die Demokratie zu sichern – anzusprechen, schmückte Sabine Lackner, Präsidentin der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, ihren kurzweiligen, aber mit Nachdruck gestalteten Redebeitrag aus. Sie würdigte die ehrenamtliche Leistung der THWler insgesamt – in Deutschland gibt es 668 Ortsverbände – und an diesem Abend besonders die von Schultheiß und Salin. „Dieses Ehrenamt ist unbezahlbar, die Ortsbeauftragten führen als Hobby quasi ein Unternehmen, unsere Aufgabe als Bundesverband ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Das THW Leonberg benötigt mehr Platz

Dazu zähle auch eine zeitgemäße Infrastruktur. Doch für das Leonberger THW ist der Platz in der Mollenbachstraße längst zu eng. „Ich war seit Jahren dran, weil unsere Bleibe aus allen Nähten platzt“, sagte Schultheiß. Sabine Lackner nutzte an diesem Freitag die Anwesenheit der Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis, um für die Finanzierung einer neuen Leonberger Bleibe zu werben. Eine ganz besondere Auszeichnung bekam Matthias Schultheiß von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk angesteckt: das Ehrenzeichen in Silber. „Das nehme ich stellvertretend für das Team entgegen“, sagte Schultheiß sichtlich gerührt.