Die Nachfrage am Technischen Gymnasium ist rückläufig. Foto: dpa

Wirtschaft, Ernährung, Gesundheit scheint auch für Realschulabsolventen in Stuttgart zunehmend smarter zu klingen als Technik, wenn es um die Wahl des beruflichen Gymnasiums geht. Doch wie soll ein Gegensteuern erfolgen, solange kaum noch jemand Techniklehrer werden will, fragt sich Redakteurin Inge Jacobs.

Stuttgart - Behaupte keiner, man brauche keine technikaffinen Gymnasiasten mehr. Ja, klar, nicht nur Realschulabsolventen, sondern auch Abiturienten vom allgemeinbildenden Gymnasium können sich für ein Mint-Studium entscheiden. Tun aber zu wenige. Die baden-württembergischen Unternehmen schlagen längst Alarm, weil sie für ihre offenen Stellen im Mint-Bereich keine Bewerber finden: Maschinenbauer, Elektrotechniker, IT-Spezialisten, Elektroniker sind rar.

Da mag man kaum glauben, dass trotz dieser Bedarfslage, trotz bester Berufsaussichten und bester Schulangebote die Nachfrage am Technischen Gymnasium rückläufig ist – übrigens nicht nur in Stuttgart, sondern im ganzen Land.

Lehrermangel ist keine gute Werbung für berufliche Schule

Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Erstens: Es gelingt Grund- und Realschulen nicht, Kinder für Technik zu begeistern. Zweitens: Es ist keine gute Werbung, wenn an den beruflichen Schulen gerade diese Fächer nicht ausreichend mit Fachleuten besetzt werden können.

Hier sollten noch mehr Anstrengungen unternommen werden, um diesen Mangel zu beheben. Drittens schlägt die demografische Entwicklung zu Buche – allerdings gilt das für Stuttgart nur eingeschränkt: Denn 68 Prozent der Schülerschaft an beruflichen Schulen kommen aus den Nachbarkreisen.

Es ist vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels nachvollziehbar, dass trotz fehlender Schüler und Lehrer das Technische Gymnasium nicht zurückgefahren wird. Allerdings bedeutet gerade dieses Argument, dass an allen Stellschrauben gedreht werden muss, damit dieses Profil attraktiver wird – für Lehrer und Schüler gleichermaßen.

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