Festgehalten: Ein Erinnerungsfoto vom Gartenschau-Balkon im Schorndorfer Stadtpark Foto: Sascha Schmierer

Auch in der Nachbarschaft lassen sich im Jahr der Remstal-Gartenschau sehenswerte Orte neu entdecken. Schorndorf und Schwäbisch Gmünd jedenfalls sind für 50 Leserinnen und Leser eine Reise wert.

Remstal - Das Motto der Technik-Tour hätte auch der Feder eines regionalen Tourismus-Managers entsprungen sein können: „Warum in die Ferne schweifen, wenn es auch quasi vor der Haustür ungeahnte Schätze zu entdecken gibt?“, lautete die Devise bei der von den Stadtwerken und der Fellbacher Zeitung organisierten Ausfahrt am Samstag sinngemäß. Schließlich steht 2019 zumindest im Remstal ganz im Zeichen der Gartenschau – da lohnt sich ein Blick, was sich andere Kommunen bei Blütenpracht und Naherholung alles einfallen lassen haben.

Bummel durch die blumengeschmückte Fußgängerzone der ältesten Stauferstadt

Enttäuscht, das lässt sich Reaktionen der Besucher vom Kappelberg entnehmen, wurden die gut 50 Leserinnen und Leser vom Ideenreichtum der Gartenschau-Macher nicht. Hier die Erlebnis-gärten am Remsufer, da die Blumenschau im Schlosskeller – sowohl Schorndorf als auch Schwäbisch Gmünd waren die Reise wert. „Jetzt habe ich gedacht, dass in Fellbach viel gemacht worden ist. Aber das hier ist ja der Hammer“, urteilte eine sichtlich beeindruckte Leserin beim Bummel durch die blumengeschmückte Fußgängerzone der ältesten Stauferstadt.

Dass sich der Aufwand lohnt, zeigten in beiden Kommunen die trotz eines nicht ganz strahlend blauen Himmels beachtlichen Besucherströme. Beim Mittagessen im Kesselhaus des Schorndorfer Arnold-Areals war zu spüren, dass die Küche trotz Vorbestellung ob des Andrangs an ihre Grenzen kam, auch in Gmünd profitieren Handel und Gastronomie von der Strahlkraft der Gartenschau – dass sich oberbayerische Trachtengruppen in der City nach einem Plätzchen für die Brotzeit umsehen, gäbe es ohne die Werbung bei den Busunternehmen wohl nicht.

Dass der große Erfinder Gottlieb Daimler aus einfachen Verhältnissen stammte, ist ja allgemein bekannt

Lohnenswert aus Sicht der Fellbacher Reisegruppe war zum einen die Führung im Silberwarenmuseum. Der Blick in die historische Produktionsstätte ließ die Besucher in Sachen Arbeitssicherheit, Lärm, Staub und Hitze erblassen, erlaubte aber auch ein Verständnis für die handwerkliche Tradition einer Stadt, in der es einst bei knapp 4000 Einwohnern etwa 250 Goldschmiede gab. Ähnlich ging es den Technik-Tour-Teilnehmern in Schorndorf. Dass der große Erfinder Gottlieb Daimler aus ein-fachen Verhältnissen stammte, ist ja allgemein bekannt. Dass er seine Büchsenmacherlehre aber buchstäblich im Nachbarhaus der elterlichen Wirtschaft begann, war ein Detail, das Stadtführer Johannes Eller gern noch mal in Erinnerung rief.

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