Ein Taxifahrer soll auf der B 27 am Ernst-Sieglin-Platz einen Unfall verursacht haben – er flüchtete unerkannt. Foto: dpa

Taxifahrer kämpfen sich täglich durch Staus, sind oft Tag und Nacht im Einsatz, stets in der Hoffnung auf viele Fahrgäste. Bei manchen Chauffeuren bleibt dabei offenbar Rücksicht auf der Strecke.

Stuttgart - Noch immer unbekannt ist der Taxifahrer, der am Donnerstagmittag am Ernst-Sieglin-Platz im Stuttgarter Süden einen Unfall verursacht hat und anschließend geflüchtet ist. Der Berufschauffeur, der gegen 12.30 Uhr auf der Neuen Weinsteige talwärts Richtung Innenstadt unterwegs war, hinterließ einen Schaden von 2000 Euro. Nach neuesten Informationen soll er einen E-Klasse-Mercedes gesteuert haben.

Die Situation ist stets dieselbe. Autofahrer, die auf der Neuen Weinsteige (B 27) von Degerloch Richtung Stadtzentrum unterwegs sind, geraten vor dem Ernst-Sieglin-Platz in eine mehr oder weniger lange Staukolonne. Die zweispurige Bundesstraße endet dort – die rechte Spur führt weiter in die Innenstadt Richtung Charlottenplatz, die linke wird zur Linksabbiegespur Richtung Immenhofer Straße. Immer wieder sind Autofahrer auf der eher freien linken Spur unterwegs, um im letzten Augenblick nach rechts einzufädeln.

Der Opel-Corsa-Fahrer hatte keine Chance

Womöglich hat auch ein Taxifahrer darauf spekuliert, auf diese Weise schneller voranzukommen. Doch ganz offensichtlich klappte es dann mit dem Einfädeln nicht mehr. Das Auto, vermutlich ein Mercedes der E-Klasse, fuhr übers Ziel hinaus. Und war auf der Gegenfahrbahn.

Dort war ein 25-jähriger Opel-Corsa-Fahrer bergwärts unterwegs, laut Polizei befuhr er den linken von zwei Fahrstreifen Richtung Degerloch. Als er sich in einer Linkskurve dem Ernst-Sieglin-Platz näherte, kam ihm plötzlich das Taxi als Geisterfahrer entgegen. Der 25-Jährige legte eine Vollbremsung hin und zog nach rechts. „Dabei prallte er gegen einen neben ihm fahrenden Reisebus“, sagt ein Polizeisprecher. Verletzt wurde glücklicherweise niemand – allerdings entstand 2000 Euro Blechschaden. Das Taxi aber fuhr einfach weiter. Das Fahrzeug war ungestreift vorbeigekommen. Die Ermittler vom Revier Gutenbergstraße bitten um Hinweise unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 3300.

Wenn Taxifahrer Unfälle auslösen

Taxifahrer kämpfen sich täglich durch Staus, sind oft Tag und Nacht im Einsatz, stets in der Hoffnung auf viele Fahrgäste. Bei manchen Chauffeuren bleibt dabei offenbar Rücksicht auf der Strecke. Oder die Aufmerksamkeit: Ende Juni hatte ein 41-jähriger Chauffeur am Neckartor nicht aufgepasst, als dort die Ampelanlage ausfiel. Er beachtete nicht die Vorfahrt des Verkehrs auf der B 14 und löste eine Karambolage mit einem Leichtverletzten und 40 000 Euro Schaden aus. Eine 37-jährige Taxifahrerin hatte sich Ende März in der Schelmenwasenstraße im Gewerbegebiet Fasanenhof in einem Baustellenbereich verirrt und beim Wendemanöver einen Motorradfahrer zu Fall gebracht.

Fälle aus dem vergangenen Jahr zeigen aber auch, dass die Schuldfrage häufig strittig ist. So soll ein 49-jähriger Taxifahrer in der Siemensstraße in Feuerbach auf die Gegenspur geraten sein und dort einen Auffahrunfall mit 10 000 Euro Schaden ausgelöst haben. Er bestritt den Vorwurf. Als ein 57-jähriger Taxifahrer in der Hauptstätter Straße in der Innenstadt eine Radfahrerin auf einer Fußgängerfurt erfasste, wollen beide bei Grün gefahren sein. Eine 51-jährige Taxifahrerin erlitt schwere Verletzungen, als sie in der Heilbronner Straße im Norden auf drei Autos auffuhr, die an einer roten Ampel warteten. Unachtsamkeit war offenbar auch die Ursache, als ein 46-jähriger Berufschauffeur in der Pragstraße in Bad Cannstatt auf zwei Fahrzeuge auffuhr – es gab fünf Leichtverletzte.

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