Am 26. Juni soll die S 21-Skulptur am Stadtpalais abgebaut werden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

„Mit 74 mach’ ich keine Kompromisse mehr“, sagt Peter Lenk. OB Frank Nopper hat dem Künstler nun einen neuen Standort für die S 21-Skulptur genannt. Lenk lehnt diesen Vorschlag ab, will den Rathauschef aber trotzdem dort treffen.

Stuttgart - Es muss wieder lustig gewesen sein, als sich der Stuttgarter OB Frank Nopper (CDU) jetzt bei Peter Lenk, dem Bildhauer vom Bodensee, via Videokonferenz zum zweiten Mal gemeldet hat, um im Ringen um die Skulptur zu Stuttgart 21 endlich einen wichtigen Schritt voranzukommen. „Der OB lacht viel“, sagt der Künstler. Dies gefalle ihm gut. Doch leider weiß der 74-Jährige oft nicht, worüber Herr Nopper lacht: „Dabei würd’ ich gern mitlachen.“

 

Ausgelacht hat der Rathauschef den Künstler wohl nicht, dessen „Lenkmal“ seit vergangenem Oktober vor dem Stadtpalais steht und bis zum 26. Juni dort verschwinden soll. Die Stadt hat ihr klares Interesse signalisiert, dass sie die Leihgabe des Bildhauers behalten will, aber auf keinen Fall am bisherigen Ort. In der strittigen Frage, wo das Satire-Werk hinkommen soll, zeichnet sich noch immer keine Lösung ab. In der Videokonferenz, an der auch Kulturbürgermeister Fabian Mayer (CDU) teilnahm, haben die Vertreter des Rathauses einen Alternativstandort genannt. Beide Seiten vereinbarten Stillschweigen darüber, wo sich dieser Ort befindet. Wie zu hören ist, wird ein Platz in Bahnhofsnähe von Nopper favorisiert. Lenk kennt sich in Stuttgart gut auf und hat sein Urteil bereits gefällt: „Dieser Vorschlag der Stadt kommt für mich nicht in Frage.“

Lenk lässt nun ein Fundament für die Skulptur am Bodensee bauen

Dennoch erklärte sich der Mann vom Bodensee bereit, den OB und den Kulturbürgermeister in der nächsten Woche in Stuttgart zu treffen („Da bin ich sowieso hier zum Impfen am Robert-Bosch-Krankenhaus“), um den vorgeschlagenen Standort mit den beiden anzuschauen. Man werde einen Spaziergang durch die City machen, um auch noch andere Alternativen anzuschauen. Die erste Wahl ist für Peter Lenk weiterhin das Stadtpalais. Die Grünanlage zwischen dem Stuttgart-Museum und dem Landtag kann er sich aber auch vorstellen. Doch diese Gelände gehört dem Land, wie die zwei CDU-Kommunalpolitiker ihm erklärten. Lenk hingegen meint, die Stadt könne auch mit dem Land eine Einigung erzielen.

Dass es ein „Happy-end“ in Stuttgart für seine „Chronik einer grotesken Entgleisung“ gibt, glaubt Peter Lenk indes nicht mehr. Am Bodensee habe er nun den Auftrag vergeben, ein Fundament für die zehn Tonnen schwere Satire-Kunst in seinem Skulpturengarten in Bodmann zu bauen.