Tatort-Vorschau: „Off Duty“ Till Schweiger außer Dienst: Tschiller wie Thriller

Von Tom Hörner 

Gar nicht so einfach für den geneigten „Tatort“-Seher, mit Til Schweigers rasanter Produktion „Tschiller – Off Duty“ Schritt zu halten. Vor allem die Zahl der Leichen überfordert ihn leicht.

Stuttgart - Der Schauspieler, Produzent und ­Regisseur Til Schweiger glaubt, die ARD versenke seinen Thriller „Tschiller – Off Duty“ im Sommerloch. Die Sendeverantwortlichen behaupten, der WM-spielfreie Sonntagabend sei ein erstklassiger Termin für eine TV-Premiere. Wer recht hat, wird die Quote verraten. Man darf hoffen, dass die besser ausfällt, als die Zahl der Kinobesucher vor zwei Jahren. Denn „Tschiller – Off Duty“ ist ein lupenreiner Actionfilm, der mehr Spannung garantiert, als mancher Kick.

Man müsste wohl „den Arsch retten“ schreiben

Während der beurlaubte LKA-Ermittler Nick Tschiller (Til Schweiger) im heimatlichen Hamburg seinem Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) aus der Patsche hilft (um im Jargon des Film zu bleiben, müsste man wohl schreiben: „den Arsch rettet“), versucht Tochter Lenny (Luna Schweiger) in Istanbul den Mörder ihrer Mutter zur Strecke zu bringen. Die Sache geht schief, wie sie schiefer kaum gehen kann: Sie gerät in die Hände von Gangstern. Ergo muss sich der Herr Vater in den Flieger setzen.

Muss sich vor der US-Konkurrenz nicht verstecken

Dass im Folgenden die wunderschöne Stadt am Bosporus (was für Einstellungen!) nicht komplett zerlegt wird, hängt wohl mit dem für dieses Genre nicht gerade üppigen Etat von acht Millionen Euro zusammen. Was dabei heraus gekommen ist, kann sich dennoch sehen lassen und muss sich vor US-Konkurrenz nicht verstecken. Mit 130 Minuten sprengt der „Off Duty“ nicht nur das „Tatort“-Format, der Krimi überfordert auch jene, die sich am Sonntagabend einen Spaß daraus machen, die Leichen zu zählen. Wir haben bei 25 aufgehört . . .

ARD, Sonntag, 8. Juli, 20.15 Uhr

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