Autoknacker haben in Stuttgart offenbar bevorzugt Taxis ins Visier genommen. Foto: dpa

Die Aufbruchserie in der Stuttgarter Taxiflotte geht weiter. Seit Heiligabend werden Tageseinnahmen aus den geparkten Fahrzeugen gestohlen. Im jüngsten Fall allerdings nicht mit brachialer Gewalt.

Stuttgart - Taxifahrer müssen in diesen Tagen besonders alarmiert sein. Wertsachen sollten beim Verlassen nicht im Fahrzeug zurückgelassen werden. Zumal seit einigen Wochen unbekannte Autoknacker offensichtlich auf mehrere Hundert Euro Beute pro Fahrzeug spekulieren und zuschlagen. Am Wochenende gab es einen neuerlichen Fall in der Stadt – diesmal griff der Täter aber nicht zu brachialer Gewalt. Er ließ Handy und Geld verschwinden, ohne einen Kratzer zu hinterlassen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, dürfte sich die jüngste Tat in der Nacht zum Samstag zwischen 21 und 7.30 Uhr in der Hallbergerstraße in der Innenstadt abgespielt haben. In der Seitenstraße im Kernerviertel oberhalb des Neckartors öffnete ein Unbekannter die Beifahrertür des geparkten Taxis und suchte in aller Ruhe nach den Wertsachen. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte der Dieb dabei ein Mobiltelefon und ein Geldbeutel mit mehreren Hundert Euro erbeutet haben.

Der Täter hinterließ keinen Kratzer

Wie die Tür geknackt wurde, ist unklar. „Es wurden jedenfalls keine Aufbruchspuren gefunden“, sagt Polizeisprecher Martin Schautz. Die Ermittler schließen nicht aus, dass womöglich ein Störsender verwendet wurde, der das Funksignal des Schlüssels unterbrach, als der 41-jährige Taxifahrer vermeintlich abzuschließen glaubte. Die Ermittlungen darüber dauern noch an.

Schon in der Vergangenheit hatten diese sogenannten Jammer, Englisch für Blockierer, für reichlich Ermittlungsarbeit der Polizei gesorgt. Mit den Störsignalen kann die Verriegelung blockiert werden, die das Opfer vermeintlich per Knopfdruck am Autoschlüssel aktiviert. Das Auto bleibt unabgeschlossen– was dem Autobesitzer nicht auffällt, wenn er das nicht nochmals mit einem Zug am Türgriff nachprüft.

Beim ersten Mal war der Fahrer noch anwesend

Bisher waren Taxis auf die rabiate Methode geplündert worden. Die Serie begann am 23. Dezember in der Heusteigstraße im Stuttgarter Süden, wo zwei Unbekannte die Seitenscheibe eines Taxis zertrümmerten. Dabei bemerkten sie gar nicht, der der Taxifahrer sich noch im Wagen aufhielt. Sie entkamen unerkannt. Vor dem jüngsten Zwischenfall waren am 5. Januar drei Taxis in der Leuschnerstraße im Stuttgarter Westen geplündert worden. Die Beute: Geldbeutel mit mehreren Hundert Euro.

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