Voss (Fabian Hinrichs) und Ringelhahn (Dagmar Manzel) begreifen den Plan des Täters noch nicht. Foto: BR;Claussen+PutzGmbH

Der „Tatort“ aus Franken mit dem Kripoteam Ringelhahn und Voss im Schnellcheck: In Bayreuth ist ein perfider Mehrfach-Mordplan abgelaufen. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Bayreuth - Was taugt „Ein Tag wie jeder andere“? Der neue „Tatort“ aus Franken im Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Ein bislang unbescholtener Rechtsanwalt (Thorsten Merten) erschießt in Bayreuth im Stundentakt Menschen. Die Ermittler Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Voss (Fabian Hinrichs) begreifen zwar schnell, dass da ein fremdgesteuerter Plan abläuft, aber sie merken lange nicht, wie weit ihnen jemand vorausgedacht hat.

Zahl der Leichen 5

Die kleine Ortserkundung Einmal in Bayreuth im Festspielhaus dabei sein dürfen, für Wagner-Fans ist das ein Lebenstraum. Weil der mordende Anwalt in eine laufende Vorstellung eindringt, kann die Kamera sich umschauen. In der Loge sitzt dann zwar doch nur ein ergriffen schwitzender Molkereiunternehmer (Jürgen Tarrach), der des lieben Profits wegen auch mal Gesundheitsschäden der Kundschaft in Kauf nimmt. Aber sonst ist alles ganz nett hier, eine vorgestrige Kunstsauna mit modernem Bühnenbild.

Die wichtigste Spielregel Ringelhahn und die anderen im Ermittlerteam finden den Molkereiunternehmer so bekömmlich wie seine Milch im Schimmelpelz. Sind sie deshalb bereit, ihn einer riskanten Situation auszusetzen? Voss muss an Grundsätzliches erinnern: „Auch riesige Arschlöcher wie Koch haben Rechte! Rechtsstaat und so weiter! Hast Du das vergessen?“

Der große Bruch Anfangs beklemmt die Geschichte richtig: Man leidet mit einem Mörder wider Willen. Als der überkandidelte Racheplan offenbar wird, muss man aber öfter mal säuerlich grinsen.

Unser Fazit Das Ganze spielt in Bayreuth, wo „Lohengrin“ und „Parsifal“ gehuldigt wird. Da kommt man mit Forderungen nach Realismus nicht arg weit.

Spannung Note 2; Logik Note 4

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