Die Polizeischülerin Nasrin (Soma Pysall) ist psychisch am Ende. Aber warum nur? Foto: NDR/Christine Schroeder

Borowski und Sahin mussten in „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ das Ausrasten einer angehenden Kollegin durchleuchten. War das Anschauen einen Sonntagabend wert? Unser Schnellcheck.

Kiel - Was taugt „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“? Der neue „Tatort“ aus Kiel in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Bei einer Übung tötet eine Polizeischülerin einen anderen Auszubildenden aus ihrem Jahrgang wie im Rausch, danach kann sie sich an nichts erinnern. Borowski (Axel Milberg) und Sahin (Almila Bagriacik) suchen nach den Wurzeln eines Traumas.

Zahl der Leichen 4

Weise Worte „Wem sage ich lieber die Wahrheit? Jemandem, der mich unter Druck setzt? Oder jemandem, dem ich vertrauen kann?“ Borowski will Polizeischülern die richtige Befragungstechnik nahebringen. Einen Krimi lang gelingt es ihm dann nicht, rechtzeitig genügend Vertrauen herzustellen.

Fachleute unter sich Als Sahin zu einem Einsatzort kommt, liegt da schon eine abgedeckte Leiche. Der uniformierte Kollege vor Ort informiert sie kurz und knapp: „Person ist ex.“ Immer wieder mal schimmert in dieser ziemlich abgedrehten Story doch ein bisschen Sprache und Gebaren des echten Polizistenlebens durch. So was tut einem „Tatort“ gut.

Witztest Dass der Cop, der den Racheengel spielen will, Tobias Engel heißt, wäre in vielen Krimis ein peinliches Wortspiel. „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ hat genügend Drive, dass man den mauen Gag kaum bemerkt.

Borowskis Fazit „Was seid Ihr für Idioten!“ Mehr, als der erfahrene Kommissar den Polizeischülern an den Kopf wirft, fällt einem zu Leuten manchmal wirklich nicht ein.

Unser Fazit Sehr solider Krimi. Und endlich sind die uniformierten Cops mal nicht bloß dazu da, die Absperrbänder hochzuhalten, wenn die Kripo zum Tatort schreitet.

Spannung Note 2; Logik Note 3

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: