Mark Waschke, Holger Handtke und Meret Becker (v. li.) im „Tatort“-Krimi „Dunkelfeld“ Foto: rbb Presse & Information

Wir haben gesehen: Das Team Rubin/Karow aus Berlin in „Dunkelfeld“. Unser Fazit: Gut horizontal erzählen geht anders.

Stuttgart - Die Handlung in zwei Sätzen: Mit der vierten Folge des Berliner Teams Rubin/Karow wird das Rätsel um den Mord an Robert Karows Kollegen Gregor Maihack, der bei verdeckten Ermittlungen in der Berliner Drogenmafia getötet wurde, gelöst. Dafür muss Robert Karow (Mark Waschke) mannesstark Folterqualen erleiden und Nina Rubin (Meret Becker) die Bar Mitzwa ihres Sohnes Kaleb schwänzen.

Zahl der Leichen: Zwei.

Kunstblutverbrauch: Erst spritzt der rote Saft Karow ins Gesicht, als neben ihm im Auto der Kronzeuge Berger abgeknallt wird. Und dann muss Karow seinem Folterknecht das Ohrläppchen abbeißen, um an den Ohrring zu kommen, mit dessen Hilfe er seine Handschellen öffnen kann. Den Praxistest würde diese Selbstbefreiungsaktion nicht bestehen. Wie überhaupt seine Gefangenschaft wider alle Logik in die Länge gezogen wird.

Das Komplott: Politik, Drogenmafia, Immobilienbranche: Alle stecken mal wieder unter einer Decke, und kennengelernt hat man sich im Ruderclub. Im Rückblick erweist sich die horizontal erzählte Story um die Ermordung Maihacks als ziemlich simpel und abgedroschen.

Der Maulwurf: Dass Staatsanwalt Hemrich (Holger Handtke) der Bösewicht ist, der etwa die Maihack-Akte frisiert hat, deutete sich schon länger an – ein Überraschungscoup sieht anders aus. Dass die Hospitantin Anna Feil den in Handschellen gelegten Gesetzesvertreter abführen darf, ist dagegen eine hübsche Spitze.

Andere Tiere: Karow legt erstaunlich umfangreiche biologische Kenntnisse an den Tag, faselt mal von Nacktschnecken und Kellerasseln, mal von Symbionten, also Lebewesen, die in einer Symbiose leben. Muss in der Schule gut aufgepasst haben, der Streber.

Neue Medien: Schon toll, wie die übereifrige Hospitantin mit ein paar Klicks ganze Dossiers mit dem Tablet recherchiert. Es wäre an der Zeit, Carolyn Genzkow als Anna Feil mal mehr als nur Hiwi-Jobs ausführen zu lassen, schauspielerisch macht sie ihre Sache nämlich blendend.

Netter Gag: Das Videoschnipsel, das Karow zugedröhnt und gaga drauf mit Christine Maihack (Ursina Lardi) zeigt. Und Rubin schaut selig-sehnsuchtsvoll lächelnd zu.

Unser Fazit: Gut horizontal erzählen geht anders.

Spannung: 3-4, Logik: 4-5

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