Udo Wachtveitl in „Der Tod ist unser ganzes Leben“ Foto: ARD

Zwar gibt es wegen des Spiels der Fußball-Nationalmannschaft an diesem Sonntag keinen neuen „Tatort“ zu sehen. Doch die Wiederholung der „Tatort“-Episode „Der Tod ist unser ganzes Leben“ aus München lohnt sich trotzdem – nicht nur für eingeschworene Batic- und Leitmayr-Fans.

München - Der Münchner Tatort „Die Wahrheit“, im Oktober 2016 zum ersten Mal ausgestrahlt, wäre nicht der Rede wert gewesen, hätte er nun mit „Der Tod ist unser ganzes Leben“ nicht eine Fortsetzung gefunden. Aber was heißt schon Fortsetzung? Die Fortschreibung der Story hat mit dem streckenweise langatmigen Erstling nichts gemein – wenn man davon absieht, dass derselbe Täter wieder zuschlägt, ein Unbekannter, der wildfremde Menschen im Herzen von München auf offener Straße absticht.

Ein Biedermann als Serienkiller

Dieses Mal werden die Fahnder Ivo ­Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) des Täters habhaft, eines Museumswärters, der seine Opfer nach einem simplen Zahlenspiel auswählt. Doch so sehr sie sich auch sicher sein können, den Richtigen erwischt zu haben, so wenig gibt der sein Motiv preis. Jan Bluthardt spielt den Serienkiller in der Verkleidung eines Biedermanns als provozierendes Scheusal. „Die müssen sehr traurig sein“, sagt er zu Batic über die Ehefrau und den Sohn des ersten Opfers. „Ich hoffe, Sie konnten sie trösten.“ Solche Bemerkungen bringen auch einen erfahrenen Polizisten wie Batic an seine Grenzen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er seine ­Beherrschung verliert.

Die Geschichte einer Männerfreundschaft

Philip Koch (Regie) und Holger Joos (Drehbuch) ist mit „Der Tod ist unser ganzes Leben“ ein atemberaubender Thriller gelungen, der so dicht und packend inszeniert ist, dass man sich fragt: Ist das noch Fernsehen oder schon Kino? Sie ­erzählen in Rückblenden auch die Geschichte einer großen Männerfreundschaft, die zu zerbrechen droht. Ein am Stock gehender Leitmayr muss sich den bohrenden Fragen einer Untersuchungskommision stellen, Batic kehrt auf der Intensivstation langsam aus einem künstlichen Koma ins Leben zurück.

Sie torkeln wie angeschlagene Boxer

Je mehr von dem, was geschehen ist, ans Licht kommt, desto mehr wird klar, dass Batic seinen Kumpel Leitmayr belogen haben muss. Beide torkeln wie angeschlagene Boxer durch die Handlung – und man kann nur hoffen, dass diese Männerfreundschaft noch viele Folgen hat.

„Der Tod ist unser ganzes Leben“ (Erstausstrahlung: 30. April 2017), wird am Sonntag, 24. März 2019, um 20.15 Uhr in der ARD wiederholt.

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