Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz ­Ritschard (Delia Mayer) Foto: ARD

Luzerns beliebte multinationale Basler Straße ist in diesem „Tatort“ ein übler Ort. Die düsteren „Schutzlos“-Töne stehen den Ermittelrn Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz ­Ritschard (Delia Mayer) gut.

Stuttgart - Am Ende, nach 90 Minuten dichter ­Erzählung, wiederholt sich die Szene. Weiß fragt, Schwaz liefert. Das Blut in Europas Adern verlangt immer mehr von dem weißen Pulver – die Lieferung überlässt man gerne denen, die nichts mehr zu verlieren haben.

Der Titel ist Programm für diesen „Tatort“ aus Luzern; „Schutzlos“. Schutzlos sind etwa die jungen Erwachsenen aus Nigeria dem Kreislauf aus Abschiebung, Untertauchen, Drogenverkauf und grenzüberschreitender Gewalt ausgeliefert. Harte Kost für die Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz ­Ritschard (Delia Mayer).

Regisseur Manuel Flurin Hendry setzt auf dunkle Töne, viele betretene Gesichter – und auf den Gegenschnitt zwischen Amtsstuben und Straßenrealität. Das passt, vor allem weil Marie-Hélène Boyd in der Rolle der jungen Nigerianerin Jola ihr intensives Spiel durchhalten kann.

Filmisch bleiben derweil Unklarheiten, Widersprüche (in der Wahl der Bilder, mehr noch aber in den Dialogsträngen). Hendry hat ein Drehbuch der Autorenpaare Josy Meier & Eveline Stähelin sowie Waltraud Ehrhardt & Peter Obrist weiter entwickelt. Hart, unerbittlich und weit ab von jedem Ausweg empfiehlt sich dieser „Tatort“. Und das Blut in Europas Adern wartet schon auf die nächste Lieferung.

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