Überraschung beim neuen Tatort des SWR: Entertainer Harald Schmidt kehrt als Chef des Ermittlerteams auf den Bildschirm zurück. (Archivfoto) Foto: dpa

Harald Schmidt ist sicher das Zugpferd des neuen Ermittlerduos Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner – und deren Chef im neuen „Tatort“ aus Freiburg. Im Schwarzwald ist man begeistert. Wer derzeit sonst noch beim „Tatort“ ermittelt, zeigen wir in unserer Fotostrecke.

Stuttgart - Zwei neue „Tatort“-Kommissare ermitteln künftig im Schwarzwald - und ihr Chef ist TV-Entertainer Harald Schmidt. Die ARD ersetzt in der Kultkrimireihe den Bodensee-„Tatort“ in Konstanz, der 2016 ausläuft. Die Stadt Freiburg und der Schwarzwald jubelten über die Entscheidung des Südwestrundfunks (SWR). Erste Dreharbeiten sind 2016 geplant. Mehrere Städten im Südwesten hatten sich um den Zuschlag für den „Tatort“ beworben.

Die Schauspieler Eva Löbau (43) und Hans-Jochen Wagner (46) werden als Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg an unterschiedlichen Orten des Mittelgebirges auf Verbrecherjagd gehen, wie der SWR am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Sitz der zuständigen Kriminalpolizeidirektion wird Freiburg sein - dort wird auch Schmidt als Kriminaloberrat Gernot Schöllhammer angesiedelt sein.

Schmidt: Habe mich vom Lustigen verabschiedet

Der schwäbische Schauspieler trat direkt Befürchtungen entgegen, der „Tatort“ könne durch ihn zu klamaukig werden. „Das ist ja nachprüfbar: Ich habe mich vom Lustigen verabschiedet“, versicherte Schmidt. Er brauche keine kleine Rolle beim „Tatort“, um lustig zu sein. „Das braucht auch der Tatort nicht“, sagte Schmidt, der nach eigenem Bekunden bisher in Krimis nur mal einen Triebtäter in „Soko Stuttgart“ gespielt hatte. Zum Kabarett-Anteil im neuen „Tatort“ sagte Fernsehfilmchefin Martina Zöllner: „In die Münster-Richtung wollten wir nicht.“

Einen Kriminalkommissar habe er bisher weder im Fernsehen noch auf der Bühne gespielt, sagte Schmidt. Er habe dem SWR auch sofort zugesagt. „Tatort ist das Einzige, das ich noch nicht gespielt habe.“

Die ARD lässt den Bodensee-„Tatort“ in Konstanz auslaufen und suchte nach Eins-zu-eins-Ersatz im Südwesten. Um die Nachfolge hatten sich mehrere Städte bemüht, darunter Karlsruhe und Ulm sowie Heidelberg und Mannheim. Mehr als 100 Bürgermeister aus Städten und Gemeinden im Schwarzwald hatten mit ihrer Unterschrift Unterstützung für einen „Tatort“ im gesamten Mittelgebirge signalisiert.

Team agiert in Region der Mythen und Sagen

Autor Jürgen Werner schreibt das Drehbuch für den ersten Einsatz der neuen Ermittler. Der erste „Tatort Schwarzwald“ könnte dann Ende 2016 oder Anfang 2017 gesendet werden, wie Fernsehfilmchefin Zöllner sagte. Man habe einen Kontrast zu den beiden Teams in Stuttgart und Ludwigshafen gesucht. Das neue Team sei in der langen „Tatort“-Geschichte des SWR das erste, das maßgeblich im ländlichen Raum ermitteln wird. Man gehe in eine Region der Mythen und Sagen, betonte Zöllner. Nationalpark-Streit, Trendsport, Öko-Tourismus - „da lassen sich eine ganze Menge Themen denken“, so Zöllner weiter.

Favorit war Freiburg, wo zuletzt ein sogenannter „Event-Tatort“ mit Heike Makatsch abgedreht worden war. Nun hat Freiburg zumindest den Sitz der Kriminalpolizeidirektion. „Ganz Freiburg freut sich“, sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) in einer ersten Reaktion. „Mein Kollege aus Münster sagt, der Tatort verursache eine große Identitätsstiftung der Bürger mit ihrer Stadt. Ich denke, das wird in Freiburg auch so sein.“

Laut SWR gibt es zudem Überlegungen für eine zweite Folge, in der die von Makatsch verkörperte Ermittlerin in einer anderen Stadt des Sendegebietes erneut zum Einsatz kommen könnte.

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