Der zur Tatzeit 20-Jährige hatte im Sommer einen Familienvater angegriffen (Symbolbild). Foto: STZN/Obst

Der Messerangriff auf einen Familienvater sorgte im Sommer für großes Aufsehen. Von Dienstag an steht der mutmaßliche Täter vor Gericht – der Afghane hatte sich nach Brüssel abgesetzt, war dort gefasst und dann ausgeliefert worden.

Plüderhausen/Stuttgart - Die Tat hatte im Juli 2018 für großes Aufsehen in der ganzen Region gesorgt – bald steht der mutmaßliche Messerstecher von Plüderhausen vor Gericht: Am Dienstag beginnt vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen den zur Tatzeit 20 Jahre alten Amir W. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

In der Nacht auf den 15. Juli war in dem 9000-Einwohner-Ort Plüderhausen ein 53 Jahre alter Familienvater niedergestochen worden – im Zimmer seiner 19 Jahre alten Tochter, die zu diesem Zeitpunkt nicht daheim gewesen war. Der Mann erlitt schwere Verletzungen. Bald wurde klar, dass es sich bei dem Täter wohl nicht um einen in die Enge getriebenen Einbrecher handelte: Die Polizei hatte schnell W., den damals 20 Jahre allen Ex-Freund der Tochter, im Visier. Mangels Beweisen wurde er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

DNA-Spuren sollen den jungen Mann schwer belasten

Der Tatverdächtige, der im Jahr 2015 als unbegleiteter Minderjähriger aus Afghanistan nach Deutschland gekommen war, nutzte die Gelegenheit dazu, unterzutauchen. Nachdem DNA-Spuren ausgewertet wurden, die den jungen Mann schwer belasten sollen, lief die Fahndung auf Hochtouren, das Opfer und seine Familie bekamen Polizeischutz. Mit Hilfe von Zielfahndern des Landeskriminalamts wurde W. schließlich in Brüssel aufgespürt und gefasst. Mitte August wurde er nach Deutschland ausgeliefert.

Das Landgericht Stuttgart hat für den Prozess gegen Amir W. bislang sechs Prozesstage eingeplant.

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